Kultur

Existenznot: Hilfeschrei der Initiative Suedkultur

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Harburg. Die kulturelle Szene in Harburg, die sich in der Initiative Suedkultur zusammen gefunden hat, wendet sich in einem offenen Brief an Verwaltung und Politik. Die Initiative beklagt die aktuelle Tatenlosigkeit auf Ebene der Regierenden. „Der Ersatzlose Wegfall des Hafenfestes, vermutlich des „Sommer im Park“-Festes als auch der Music-Night und vielleicht gar des Kulturtages macht das Ausmaß der Existenznot sichtbar und ruft zugleich die existenzielle Frage nach dem Bestand der Kulturszene in Harburg auf.“ heißt es dort.

Jetzt wäre unbürokratische Hilfe nötig, stattdessen behindere man die Projekte der Kulturschaffenden in Harburg. Ein Zustand, den die Initiative zum Anlass nimmt, die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung in Frage zu stellen.

Aus der Politik kommt prompt eine Stellungnahme: “ „Es ist keineswegs so, dass die Kulturpolitik im Bezirk wegschaut oder gar abgetaucht ist. Wir nehmen die Lage genau in den Blick und arbeiten weiter. Gemeinsame Arbeitskreise der Koalitionspartner haben stattgefunden und vor allem werden wir schon im Juni eine Sondersitzung des Kulturausschusses anberaumen. Dort wird es vor allem um alternative Kulturkonzepte gehen, die auch coronatauglich sind.“, sagt Natalia Sahling, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Zwischen den Zeilen verbirgt sich aber auch leise Kritik. So sagt die Fachsprecherin der Grünen, Heinke Ehlers: „Der Hauptausschuss hat in Vertretung der Bezirksversammlung selbstverständlich die Befugnis, über Anträge auf Zuwendungen zu entscheiden und das betrifft auch Zuwendungen aus Stadtteilkulturmitteln. Der Hauptausschuss hat auch in seinen Sitzungen im April und Mai über Zuwendungen an Kultureinrichtungen und aus Stadtteilkulturmitteln entschieden. Dafür müssen allerdings auch entsprechende Anträge vorliegen. Der Harburger Politik hier Untätigkeit vorzuwerfen ist daher nicht hilfreich und auch nicht zutreffend. Wenn Anträge vorliegen, dann werden diese auch zeitnah abgearbeitet.“

Es dürfte die pure Existenznot sein, die in diesen offenen Brief mitschwingt. Die Stellungnahme aus der Politik greift daher zu kurz. Sicher liegt hier keine Blockierung von Projekten vor, doch neben Zuspruch bedarf es auch dringend Perspektiven und finanzielle Hilfen, die nicht im Sozialhilfebezug enden.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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