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Mit „stadtlandpraxis“ ärztliche Versorgung sichern

Winsen. „Allgemeinmedizin ist ein sehr interessanter und vielseitiger Bereich und ich freue mich darauf, meine Patienten als Hausarzt umfassend und in ihren individuellen Lebensumständen zu betreuen. Das ist eine spannende und beruflich erstrebenswerte Aufgabe“, sagt Medizinstudent Bruno Brito da Rocha. Paul Kala, der gerade das Praktische Jahr am Krankenhaus Buchholz absolviert, kann dem nur zustimmen: „Aus meiner Sicht lässt sich ein ganzheitlicher medizinischer Ansatz in keinem anderen Fachbereich so gut verwirklichen wie in der Allgemeinmedizin. Man begleitet seine Patienten über einen langen Zeitraum und behandelt nicht nur Krankheiten, sondern kann auch präventiv tätig werden und Menschen vor schwerwiegenden Erkrankungen bewahren.“

Bruno Brito da Rocha und Paul Kala sind die ersten beiden Medizinstudenten, die im Rahmen der Initiative „stadtlandpraxis“ des Landkreises Harburg mit einem Stipendium gefördert werden. „Seit Beginn dieses Jahres hat die bewährte Initiative „stadtlandpraxis“ neben Praxisgründungen und Neu-Anstellungen von Ärztinnen und Ärzten auch Studierende der Humanmedizin in den Fokus genommen“, erklärt Reiner Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales. „Diese können ein Stipendium beantragen, das bis zu 500 Euro im Monat umfasst und maximal 51 Monate gewährt wird. Als Gegenleistung verpflichten sich die Studierenden nach Abschluss ihrer Facharzt-Ausbildung zu einer fünfjährigen hausärztlichen Tätigkeit im Landkreis Harburg“, so Kaminski. Außerdem wird es auch Absolventinnen und Absolventen von Famulaturen oder Blockpraktika ermöglicht, ein Stipendium zu erhalten. Sie können, ebenso wie Medizinstudierende im Praktischen Jahr, eine Unterstützung von 300 Euro pro Monat beantragen.

Die beiden ersten Stipendiaten, die ab sofort vom Landkreis Harburg gefördert werden, sind im Landkreis aufgewachsen und fest in der Region verwurzelt. „Ich studiere gerade im sechsten Semester in Gießen, aber für mich stand immer fest, dass ich hierher zurückkehren möchte“, sagt Bruno Brito da Rocha. Paul Kala hat am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg studiert und kürzlich sein zweites Staatsexamen abgelegt. Die Initiative „stadtlandpraxis“ verfolgt er seit dem Beginn seines Studiums: „Nicht nur als angehender Arzt, sondern auch als Bürger begrüße ich es sehr, dass der Landkreis Harburg so aktiv um Medizinerinnen und Mediziner wirbt. Ich möchte mich gerne an der medizinischen Versorgung hier im Landkreis beteiligen.“

Landrat Rainer Rempe freut sich, dass sich die beiden angehenden Ärzte für eine Tätigkeit im Landkreis Harburg entschieden haben. „Es ist schön zu sehen, dass sich unsere Stipendiaten nicht nur für ihre zukünftige berufliche Aufgabe, sondern auch für unseren Landkreis begeistern“, sagt Rempe. Durch die Initiative „stadtlandpraxis“ konnten in den vergangenen Jahren bereits rund 50 niedergelassene beziehungsweise angestellte Ärztinnen, Ärzte und Weiterbildungsassistenten/innen für den Landkreis gewonnen werden.  „Die Entscheidung, angehende Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner zu fördern, ist für uns ein weiterer wichtiger Baustein, um die hausärztliche Versorgung in der Region langfristig zu sichern“, so der Landrat.

Neben der Einführung der Stipendien wurden zum Jahresbeginn auch die Förderungsmöglichkeit für Ärztinnen und Ärzte erweitert, die sich im Rahmen der ambulant vertragsärztlichen Versorgung im hausärztlichen Bereich niederlassen, eine Zweigpraxis gründen bzw. eine Anstellung bieten. Alle Fragen zu „stadtlandpraxis“ und zu den unterschiedlichen Fördermöglichkeiten beantwortet Reiner Kaminski unter Tel. 04171 – 693423 oder E-Mail an r.kaminski@lkharburg.de.  Informationen zu „stadtlandpraxis“ finden Interessierte auch auf www.stadtlandpraxis.de.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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