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Als der Tesafilm in den Norden kam. Von Glibbermännern und Fischaugen

Hamburg. Die Geschichte des Klebestreifens begann mit einer Panne. Im Hamburger Unternehmen Beiersdorf sollte ein selbstklebender Wundverband entwickelt werden. Doch das Pflaster klebte so stark, dass es sich nicht mehr von der Haut lösen ließ. Eigentlich ein Misserfolg. Doch Firmenchef Oscar Troplowitz war clever: der Klebestreifen wurde einfach anders verarbeitet. Nicht Menschen mit kleinen Verletzungen sollten das Pflaster kaufen, sondern nun die Fahrradfahrer: Das Wunderding eignete sich hervorragend dazu, kaputte Reifen zu flicken.

Was kaum jemand weiß: Heutzutage verdient das Unternehmen tesa das meiste Geld nicht mehr mit Klebeprodukten für Privatkunden, sondern für die Industrie. Dabei profitiert die Firma von einem weltweiten Trend. Durch den Einsatz von Plastik, auch bei der Herstellung von Autoteilen und Smartphones, wird immer mehr geklebt und immer weniger verschweißt oder verschraubt.

5.000 Mitarbeitende weltweit arbeiten für tesa mit Firmenzentrale in Norderstedt bei Hamburg. Jahresumsatz: 1,3 Milliarden Euro. Wie es zu dieser Erfolgsstory kam, mit welchen Schwierigkeiten der Konzern zu kämpfen hat, der jedes Jahr neue Produkte auf den Markt bringen muss, um im Wettbewerb der Klebemittelindustrie zu bestehen, zeigt diese NDR Dokumentation.

Filmemacher Manfred Uhlig verfolgt mit seinem Team eine Reihe von Mitarbeitenden des Unternehmens tesa bei ihrem Streben nach dem immer perfekteren Klebestreifen: Lisa Ardente und Deniz Akin forschen an einem Kleber, der die Innenausstattung von Autos zusammenhalten soll. Außendienstler Matheus Zelasny will bei der Meyer Werft für die Firma einen Fuß in die Tür kriegen: Bei der Lackierung von Maschinenteilen für Kreuzfahrtschiffe sollen Rohre demnächst mit Produkten von tesa abgeklebt werden und nicht mehr mit Material der Konkurrenz. Und im Zweigwerk Offenburg tüftelt Produktoptimierer Bernd Zapf am „klassischen“ Tesafilm für den Schreibtisch, der beim Abrollen keine Geräusche macht. Dabei hat er vor allem mit zwei technischen Problemen zu kämpfen: „Glibbermännern“ und „Fischaugen“. Glibbermänner, das sind kleine Gelpartikel in der Klebemasse und Fischaugen kleine Lufteinschlüsse im fertigen Film. Die Suche nach dem perfekten Klebeband ist ein niemals endendes Geschäft.

Der Film wird am 1. Juli um 21:00 beim NDR gesendet.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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