Winsen

Johann-Peter-Eckermann-Realschule richtet Schulgarten ein

Winsen. Benjamin und Max haben vorgelegt: Die beiden Neunt- und Zehntklässler der Johann-Peter-Eckermann-Realschule Winsen haben auf der Wiesenfläche schon einmal einen Acker angelegt. Ansonsten wächst auf dem Gelände am Bultweg noch Gras. Doch schon bald können hier Kartoffeln und Radieschen geerntet werden. Eine Wildblumenwiese lockt Insekten und Vögel an, Apfelbäume spenden Schatten – auf der Fläche am Bultweg entsteht der neue Schulgarten der Johann-Peter-Eckermann-Realschule Winsen. Der Landkreis Harburg als Schulträger stellt das Gelände zur Verfügung.

Schulleiter Andreas Neises und Fachbereichsleiterin Annerose Tiedt nahmen am Mittwoch den symbolischen ersten Spatenstich für die Anlage vor, die gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt: Der Schulgarten nützt nicht nur der Natur- und Tierwelt, sondern bietet der Schule auch neue Möglichkeiten für praxisnahen Unterricht und zur Berufsorientierung. Unterstützung für die Schule gibt es vom DRK-Kreisverband, den Stadtwerken Winsen und der Grell-Stiftung.

Für die Johann-Peter-Eckermann-Realschule ist die Anlage eines Schulgartens ein naheliegender Schritt: Seit Jahren engagiert sich die Schule für die Umwelt und ist als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. Ein wichtiger Baustein ist dabei die sogenannte Bildung für nachhaltige Entwicklung, in der die Schülerinnen und Schüler erkennen, welches Verhalten welche Folgen für die Umwelt hat. Der Schulgarten erweitert diese Aktivitäten. Gleichzeitig dient die Anlage der Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler und bietet ihnen Einblicke in die Landwirtschaft sowie den Garten- und Landschaftsbau. Dadurch sind neue Wahlpflichtkurse möglich. Praktisch werden ihre Kompetenzen in der Umweltbildung ebenso wie in Biologie, Hauswirtschaft und Wirtschaft gefördert – und das theoretische Wissen kann gleich angewandt werden.

„Für die Jugendlichen ist das ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen“, sagt Annerose Tiedt. „Das ist gerade in einer Zeit wichtig, in der der Bezug zur Natur zunehmend verloren geht. Und hier bei der Arbeit im Garten kommt es nicht auf Konkurrenz und den Vergleich untereinander an: Nur gemeinsam hat man Erfolg, jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen.“

Dazu entstehen auf dem Gelände am Bultweg verschiedene Bereiche. Der obere Teil des Geländes ist sehr dicht und fest angelegt. Der untere Teil ist aktuell Rasen. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen können gut genutzt werden, um den Jugendlichen Einflussfaktoren für die Anlage eines Gartens zu verdeutlichen.

Der nahrhafte untere Bereich der Fläche wird zu einem kleinen Acker. Im Anschluss entsteht ein Naturgarten, um den Schulbienen eine Nahrungsquelle zu bieten. Im oberen befestigten Teil kann ein kleines Außenklassenzimmer entstehen. Im Anschluss an die Sitzgruppe aus halben Baumstämmen werden fünf Hochbeete aufgebaut, auf denen beispielsweise Spinat, Radieschen, Rosenkohl, Grünkohl oder Bärlauch wachsen – für die Jugendliche, eine Chance, ihr Lieblingsgemüse auszuwählen oder auch einmal neue Sorten auszuprobieren.

„Der Schulgarten kann zu einem Lernort werden, in dem sich Theorie und Praxis begegnen“, sagt Schulleiter Andreas Neises. „Die Schülerinnen und Schüler können durch die Arbeit im Schulgarten die Wichtigkeit eines funktionierenden Ökosystems für die Bewirtschaftung eigener Flächen und Beete erkennen und daraus eine hohe Wertschätzung und Sensibilität für wesentliche Aspekte unserer Umwelt ableiten.“

Doch die Arbeit muss nicht auf die Schule beschränkt bleiben, hofft Neises: „Die Schülerinnen und Schüler können sich mit dem Garten identifizieren und entwickeln vielleicht den Wunsch ein eigenes Gemüsebeet im Garten der Eltern anzulegen – und durch die Wertschätzung des Ökosystems werden sie generell bewusster für ihre Umwelt.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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