HamburgVorsicht Betrug

Falsche Polizeibeamte verunsichern am Telefon – Polizei warnt und gibt Tipps

Hamburg. Melden die Betrüger sich telefonisch, geben sie sich zumeist als Polizei- oder Kriminalbeamter aus. Durch gezieltes Hinterfragen wird dann versucht, Erkenntnisse über das Vorhandensein und die Aufbewahrungsorte von Geld und Wertgegenständen zu erlangen. Häufig erfolgt dabei der Hinweis auf angeblich festgenommene Einbrecher, bei denen sensible Daten der jeweils Angerufenen aufgefunden worden seien. Es wird in Aussicht gestellt, jemanden zu schicken, der Geld und Wertgegenstände übernehmen und in Sicherheit bringen soll.

Teilweise werden die Anrufe mit einer für den Angerufenen vorgetäuschten Nummer durchgeführt. Den Angerufenen wird dann suggeriert, es werde vom Polizeinotruf 110 oder einer anderen örtlichen Telefonnummer angerufen. Tatsächlich erfolgen solche Anrufe aber häufig aus dem Ausland.

In einem aktuellen Fall wurde ein 82-Jähriger aus Hamburg-Rotherbaum telefonisch kontaktiert. Auch ihm wurde suggeriert, es seien Einbrecher festgenommen worden, bei denen ein Zettel mit der Wohnanschrift des 82-Jährigen gefunden wurde. Da sich angeblich noch weitere Täter im Umfeld befinden würden, wurde der Geschädigte von dem angeblichen Polizeibeamten aufgefordert, sein vorhandenes Bargeld sowie seinen Schmuck vor der Haustür abzulegen, angeblich, um es durch die Polizei sichern zu lassen. Um sich die Richtigkeit der Angaben bestätigen zu lassen, wurde der 82-Jährige aufgefordert, noch während des Gesprächs die bekannte Notrufnummer 110 zu wählen. Vermutlich ohne vorher aufzulegen, wählte der Geschädigte die Nummer, wo ihm von einem Mittäter die angebliche Geschichte bestätigt wurde. Der 82-Jährige legte daraufhin einen Stoffbeutel mit Bargeld und Schmuck vor die Haustür, welcher kurze Zeit später von einem unbekannten Täter entwendet wurde.

Tipps und Hinweise der Polizei:

Wenn die echte Polizei Sie anruft, erscheint niemals die Rufnummer 110 im Display. Polizeibeamte -fordern Sie am Telefon nicht zur Über- bzw. Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen auf; -befragen Sie am Telefon nicht zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen. Schon gar nicht befragen Polizeibeamte Sie zu Ihren Geldverstecken und setzen Sie auch niemals unter Druck.

Sind Sie sich unsicher, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie den Betrüger los. Aufzulegen ist in solchen Fällen nicht unhöflich, sondern wichtig!

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

2 Kommentare

  1. Es soll hier jetzt auch eine Betrügergang unterwegs sein, die mit falschen Uniformen ausgestattet an der Tür klingeln, sich als Kriminalpolizei ausgeben, nach der Türöffnung den Bewohner an die Wand stellen, um dann mit dem Vorwand sie müssten kontrollieren ob Kinderpornos gesehen wurden, Smartphones und Laptops kassieren und sonst noch so einiges einsammeln. Nach Anruf bei der Polizei stellt sich dann heraus, dass es sich nicht um einen Polizeieinsatz gehandelt hat. Wurde mir gerade hier in Heimfeld berichtet. Die sollen im gesamten Süderelbebereich unterwegs sein.

    1. Die Polizisten haben sich doch als echte Kriminalbeamte aus Alsterdorf herausgestellt. Sie hatten bei etlichen Behinderten, die bei den Alsterdorfer Anstalten unter Betreuung sind, Razzien durchgeführt.

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