Wirtschaft

Sägen, Schleifen, Schrauben – Tischlerprojekt mit jungen Patienten im Asklepios Klinikum Harburg

Dreitägiges Handwerksprojekt findet zum fünften Mal in Folge statt.

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Hamburg. Die Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Asklepios Klinikum Harburg konnten sich über eine besondere Art der Therapie freuen: Unter der Anleitung des Diplom-Psychologen und Tischlers Tobias Filmar konnten die jungen Patienten gemeinsam Musikinstrumente bauen. Das Projekt gliedert sich in das umfangreiche kreativ- und körpertherapeutische Angebot der Abteilung ein.

„Das gemeinsame Planen und Bauen eines Objekts macht nicht nur viel Spaß, es fördert vor allem die Gruppendynamik und die Gruppenfähigkeit des Einzelnen“, weiß Filmar. Der Diplom-Psychologe und Tischlergeselle bringt einiges an Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit: Unter anderem leitete er ein Jugendhaus in Brasilien und arbeitete sechs Monate in einem Straßenkinderprojekt. Seit fünf Jahren kommt er zum gemeinsamen Tischlern in die Kinder- und Jugendpsychiatrie nach Harburg. Das Ergebnis der dreitägigen Arbeit in diesem Jahr: zwei Kistentrommeln („Cajones“) und ein Xylophon. Die selbstgebauten Instrumente werden ab sofort im Rahmen der Musiktherapie eingesetzt. Ermöglicht wurde das Projekt durch den Förderverein Haus- und Krankenhausunterricht Hamburg e.V., der sich für die abwechslungsreiche Förderung von jungen Menschen während Krankenhausaufenthalten engagiert.

Konzept Kreativ- und Körpertherapien

Ob Ergo-, Bewegungs-, Kunst- oder Musiktherapie – die sogenannten Ko-Therapien werden auf die Probleme und Ziele der jungen Patienten abgestimmt. Diese Formen der Therapie, bei denen aktiv oder kreativ gearbeitet wird, fördern die Kinder- und Jugendlichen auf unterschiedliche Weise: „Beim gemeinsamen Werken und Basteln ist es wichtig, sich auszudrücken, mit den anderen gemeinsam zu arbeiten und sich zu konzentrieren. Am Ende ein fertiges Produkt in den Händen zu halten, welches gemeinsam geschaffen wurde, stärkt außerdem das Gruppengefühl und das positive Selbsterleben“, betont Dr. Sabine Ott-Jacobs, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Für die Förderung dieser Projekte ist sie dankbar, denn die erlebnispädagogischen Projekte werden nicht von den Krankenkassen finanziert. Auch Meike Kemsat vom Förderverein Haus- und Krankenhausunterricht Hamburg e.V. freut sich über die realisierten Projekte: „Unser Anliegen ist es, die Kinder und Jugendlichen in für sie schweren Zeiten zu unterstützen. Das Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Harburger Klinikum leistet hervorragende therapeutische Arbeit – wenn wir mit unserem Beitrag helfen können, freut uns das sehr.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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