HarburgHeimfeld

22-jährige Lebensretterin erhält Lob von der Polizei

Heimfeld. Sie ist 22 Jahre jung und schon Lebensretterin: Aleksandra Momberg befuhr am Sonnabend, den 4. Juli, zusammen mit ihrer Schwester und der Nichte, die Haakestraße in Heimfeld. Am Fahrbahnrand bemerken sie ein verunfalltes Fahrzeug. Der Fahrer war offensichtlich zusammengesackt. Die Türen des VW-Polo waren verschlossen. „Meine Schwester wusste aber, dass bei alten Polos der Kofferraum meistens nicht verschlossen ist und hatte damit auch recht“.

Ohne lange zu Überlegen ergriff sie die Initiative und öffnete den Kofferraum um sich durch die hintere Sitzreihe auf den Beifahrersitz zu schlängeln. „Ein stark gebauter Herr hat dann versucht, den offenbar bewusstlosen Mann aus seinem Fahrzeug zu ziehen“, berichtet die junge Frau. Als es ihm nicht gelang, erinnerte sich die 22-jährige an die Tricks aus ihrem beruflichen Umfeld als Pflegerin. Sie griff den Hosenbund im Rücken und konnte den älteren Herrn damit aus dem Fahrzeug ziehen. Dabei verhakten sich die Füße des Mannes am Schaltknüppel, wobei sie Hilfe von den anderen erhielt.

Als sie den Mann auf die Straße gelegt haben überprüfte sie Puls und Atmung. Beides war nicht vorhanden. Die Schwester der 22-jährigen hatte inzwischen die Einsatzzentrale der Feuerwehr angerufen und übergab das Telefon. Der Disponent am Telefon sagte ihr, dass eine Herzdruckmssage nötig wäre. „Ich hatte eigentlich Angst und habe das auch so erzählt“, erinnert sie sich. Doch dann habe ich einfach angefangen.

„Ich hatte die ganze Zeit die Melodie von Stayin´Alive im Kopf“, berichtet Aleksandra anlässlich einer offiziellen Belobigung durch den Leiter des Polizeikommisariates 46 am Donnerstagnachmittag. Zunächst traf die Polizei am Unfallort ein, erst dann die Rettungskräfte. „Solange habe ich weitergemacht“. Dirk Noetzel freut sich sehr über das couragierte Handeln der Lebensretterin. „Ich bin von dem Handeln begeistert“.

„Dem Herren, der sich auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Harburg befindet, geht es den Umständen entsprechend gut. Man hat mir mitgeteilt, dass er lebt und inzwischen wieder auf einer normalen Station liegt“, sagt die Lebensretterin. Auch Mutter Zofia (45) freut sich über das Handeln ihrer Tochter, die noch weitere Geschwister hat: “ Da habe ich wohl in der Erziehung einiges richtig gemacht“, sagt sie stolz. Aleksandra aber erwartet, dass es eigentlich jeder macht. „Es könnten auch deine Mutter oder dein Vater sein, die auf Hilfe angewiesen sind“.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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