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Verhalten positive Aussichten: Sparkasse zieht Halbjahres-Bilanz

Harburg. „Eine verlässliche Hausbank an der Seite zu haben, hat sich für unsere Kunden in der Corona-Krise als absolut wertvoll erwiesen. Und dieses Thema wird weiter an Bedeutung gewinnen.“ So lautete die zentrale Botschaft von Andreas Sommer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude beim Pressegespräch, zu dem das Kreditinstitut am Donnerstag eingeladen hatte. Das Hausbank-Prinzip habe auch maßgeblichen Anteil daran, dass die Sparkasse Harburg-Buxtehude bislang gut durch die Krise gekommen ist. Allerdings, so Sommer, werde man im zweiten Halbjahr sehr wachsam bleiben müssen. 

„Wir planen in den nächsten Jahren keine Schließungen von Kundencentern“, berichtet Vorstansmitglied Sonja Hausmann. Vielmehr investiere man gerade jetzt in einen Neubau der Filiale in Buxtehude, von dem man hofft, ihn Anfang 2023 fertigstellen zu können. Die Mitarbeiter seien bereits in Ersatzbüros untergebracht worden. Auch die große Schalterhalle im Harburger Stammhaus soll, beginnend in den nächsten Wochen, bis Anfang 2021 komplett umgebaut werden. Es gilt eine angenehme Atmosphäre für vertrauliche Gespräche herzustellen.

Die Corona-Krise hat in der Sparkasse als Beschleuniger gewirkt – allen voran bei der Digitalisierung. „Über die Hälfte unserer Mitarbeiter nutzt jetzt mobiles Arbeiten, Telefon- und Videokonferenzen sowie Webinare sind bei uns mittlerweile selbstverständlich. Das war vor einem halben Jahr noch unvorstellbar“, sagt Andreas Sommer. Vieles von dem, das stehe fest, werde man beibehalten und weiterentwickeln. „Insofern ist es uns tatsächlich auch gelungen, in der Krise die Chancen zu erkennen und diese zu nutzen.“ 

Förderkredite und Zahlungsaussetzungen infolge der Corona-Pandemie

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft im Süden Hamburgs spürt auch die Sparkasse Harburg-Buxtehude. Allerdings nicht so sehr, wie befürchtet. Das zumindest ist das Fazit von Holger Iborg, Direktor Firmenkunden und Private Banking. „Die große Flut an Anfragen auf Förderkredite ist nicht bei uns eingetroffen, wenngleich auch unsere Kunden die Corona-Krise getroffen hat.“ Insgesamt hat die Sparkasse Harburg-Buxtehude knapp 70 Anträge bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt und damit Liquidität in Höhe von 22,0 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurden bei 470 Darlehenskonten corona-bedingte Zahlungsaussetzungen vereinbart.

100.000 Euro Corona-Hilfe für Vereine im Landkreis Harburg

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die lokale Wirtschaft schwer getroffen, auch Vereine und gemeinnützige Organisationen sind in großen Schwierigkeiten. Es fehlen Einnahmen bei weiterlaufenden Kosten. Sport und Kultur in der Region kämpfen vielfach ums Überleben.

Die Sparkasse, mit 1,2 Millionen Euro an Spenden und Sponsorings jährlich einer der größten Förderer in der Region, hat daher eine spezielle Corona-Hilfe in Höhe von 100.000 Euro beschlossen. „Das Geld nutzen wir, um gezielt gemeinnützige Vereine und Institutionen zu unterstützen, die durch die Corona-Krise bedingte Einnahmeverluste hatten. Unser Motto heißt: „Gemeinsam da durch“, so Sommer. Rund 30 Anträge aus den Bereichen Sport, Musik, Kultur und Sozialem sind eingegangen, sie werden mit bis zu 5.000 Euro gefördert. 

Sparkasse kündigt „Altverträge“ des Prämiensparens

Zum 30. November 2020 wird die Sparkasse Harburg-Buxtehude Altverträge des Prämiensparens kündigen. Der Bundesgerichtshof hat diese Kündigungsmöglichkeit für diejenigen Verträge eingeräumt, die bereits 15 Jahre oder länger laufen und bei denen mindestens einmal der höchste Prämiensatz gezahlt wurde. Eine Abkehr von der Negativzins-Politik der europäischen Zentralbank ist realistisch nicht zu erwarten, ergänzt Sommer. Deshalb müsse auch die Sparkasse diesen Schritt gehen.

„Die Niedrig- bzw. Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank führt die Sparkasse und ihre Kunden in diese Situation. Die wirtschaftlichen Bedingungen haben sich seit dem damaligen Vertragsabschluss extrem verändert, auch zum Nachteil unserer Kunden“, erklärt Vorstandsmitglied Sonja Hausmann. Betroffen sind rund 5500 Prämiensparverträge. Auch die Verträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind davon nicht ausgenommen.

Die Sparkasse Harburg-Buxtehude hat rechtzeitig begonnen, ihre Kunden über diesen Schritt zu informieren. „Wir klären die betroffenen Kundinnen und Kunden auf und sprechen mit ihnen über alternative Lösungsmöglichkeiten“, so Hausmann. „Es gibt durchaus geeignetere und attraktivere Anlageformen, mit denen die individuellen Ziele der Kunden besser erreicht werden können.“

Die Sparkasse als Stabilitätsanker für Wirtschaft und Gesellschaft

Beim abschließenden Ausblick auf die zweite Jahreshälfte zeigte sich Andreas Sommer vorsichtig optimistisch. Die Geschäftsentwicklung hänge davon ab, wie lange die Wirtschaftskrise anhält und wie sich diese auf das Kundengeschäft der Sparkasse auswirkt. Er ist überzeugt, dass die Sparkasse gestärkt aus dieser Krise hervorgeht. „Weil sich gezeigt hat, dass wir als verlässliche Hausbank gerade in Krisenzeiten an der Seite unserer Kunden gefragt sind. Und weil wir unserer Rolle als Stabilitätsanker für die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben in unserem Geschäftsgebiet gerecht werden. Getreu unserem Motto ´Aus Nähe wächst Vertrauen´.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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