Hamburg

Kindergeldkasse sanktioniert trotz Corona-Krise

Hamburg. Die Kindergeldkasse in Hamburg spricht von Einzelfällen, dennoch gibt es sie: Seit Januar 2020 klagen Eltern von erwachsenen Kindern vermehrt über den Verlust des Kindergelds. Aktuelles aus Süderelbe liegen Bescheide der Familienkasse vor, die mangelnde Mitwirkungspflichten und fehlende Unterlagen vorwerfen. Doch die wurden postalisch eingesendet, wird versichert.

„Es galt vorrangig während des Lockdowns, Härten zu vermeiden und möglichst unbürokratisch Gelder auszuzahlen. Das entbindet den öffentlichen Dienst aber nicht von seiner grundsätzlichen gesetzlichen Verpflichtung, regelmäßige Überprüfungen von Anspruchstatbeständen durchzuführen. Ebenso unterliegen Anspruchsberechtigte grundsätzlich weiterhin ihren Mitwirkungspflichten. Denn auch während des Lockdowns wäre es möglich gewesen, die K-Kasse darüber zu informieren – per E-Mail oder Telefonat – , dass vorübergehend keine Bemühungen unternommen werden (können), um einen Ausbildungsplatz oder einen Arbeitsplatz zu erlangen. Das haben viele Bürgerinnen und Bürger auch so getan.“, heißt es aus der Presseabteilung der Agentur für Arbeit.

Doch das trifft bei den Betroffenen auf Unverständnis. Während des Lockdowns ist der Arbeitsmarkt quasi stillgelegt gewesen. In dieser Phase den Familien das Kindergeld zu streichen, sei eine Frechheit. „Ich rufe seit Wochen die Kindergeldkasse an, erst kürzlich erreichte ich mal jemanden persönlich“, berichtet eine Mutter. Auch sei sie persönlich im Nagelsweg vorstellig geworden. Dort sei sie auf Sicherheitsmitarbeiter getroffen, die sie weggeschickt hätten. Ein Brief, den sie gesendet hatte, wurde mit genau der selben Forderung beantwortet, wie der, den sie bereits erhalten hatte: „Weisen Sie die Bemühungen Ihres Kindes mit Bewerbungsschreiben und deren Antworten nach“. Das Kind sei aber noch gar nicht sicher, was es lernen wolle. Berufsberatungen aber finden derzeit nicht vor Ort statt, seit kurzem werden aber telefonische Beratungen angeboten.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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