Umwelt

WCD: Ein Zeichen setzen gegen Plastik-Müll

Hamburg. Am 19.September 2020 findet der alljährliche World Cleanup Day statt, an dem weltweit Menschen in der Natur, den Städten und der Straße vor ihrer Haustür zwei Stunden lang achtlos fallen gelassenen Müll aufräumen. Im vergangenen Jahr haben rund 21 Millionen Menschen teilgenommen. Hamburg ist dieses Jahr zum zweiten Mal mit dabei!

In Deutschland gibt es zahlreiche Umweltinitiativen, die sich für einen umsichtigeren Umgang mit den Ressourcen unserer Erde einsetzen. Gemeinschaftliche Müllsammelaktionen, sogenannte Cleanups, sind dabei ein beliebtes Mittel, um auf das weltweite Problem der Umweltverschmutzung durch Abfall aufmerksam zu machen. Hamburg ist dabei keine Ausnahme. Im Gegenteil, denn Hamburg ist außerordentlich Cleanup erprobt: Zahlreiche Initiativen und Unternehmen organisieren hier regelmäßige Cleanups, so auch die Stadtreinigung Hamburg. Im vergangenen Jahr sammelten bei der stadtbekannten Aufräumaktion „Hamburg räumt auf!“, die durch die Hamburger Stadtreinigung und die Behörde für Umwelt und Energie organisiert wird, 82.488 Menschen gemeinsam rund 170 Tonnen Müll.

Dieses Jahr musste die Aktion leider wegen der an die COVID-19 Pandemie angepassten Beschränkungen abgesagt werden. Gleichzeitig steigt seit Beginn der Pandemie die Menge an Abfall auf den Hamburger Straßen deutlich an, wie an den vielen herumliegenden Handschuhen und Masken leider unschwer zu erkennen ist. Das sind zwei gute Gründe, der Einladung des Trägervereins „Let´s do it! World“ zu folgen und sich der Bewegung des World Cleanup Days 2020 anzuschließen.

Wir wollen mit unserer Bewegung […] nicht nur aufräumen, wir wollen, dass niemand mehr achtlos unseren Planeten vermüllt. Darum ist eine Aktion am World Cleanup Day sehr wichtig! Und hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. […] Jede Aktion rund um Stadt- und Natursauberkeit erzeugt Aufmerksamkeit für das Thema und lädt zum Mitmachen ein.“ (Let´s do it! Germany e.V. (2020), Kurzfassung Leitfaden für Cleanuper)

Auf der Webseite www.worldcleanupday.de des deutschen Projektträgers „Let´s do it! Germany e.V.“ ist auf einer Karte einsehbar, wo bereits Cleanups stattfinden. Wer mit anpacken möchte, schaut dafür gerne auf einem Cleanup in seiner/ ihrer Nähe vorbei. Zudem können Vereine, Initiativen, Firmen, größere und kleinere Gruppen und Familien ganz einfach eigene Cleanup-Aktionen in die Karte eintragen. Mehr Infos zum Thema sind auf der WCD-Webseite zu finden.

Da es weiterhin notwendig ist, die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen, gelten für die Aktionen am World Cleanup Day 2020 besondere Hygieneregeln. Es wird zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung angehalten, sowie zum Einhalten von mindestens 1,5 Metern Abstand voneinander. „Unserer Auffassung nach bietet der World Cleanup Day so viele Möglichkeiten der Variation, dass, neben dem Schutz der Aktiven vor Infektionen und Verletzungen jedweder Art, auch die Vorgaben zur Abstandshaltung durch die Cleanup-Organisatoren vor Ort gewährleisten werden können. […]“, sagt Holger Holland, Vorsitzender des deutschen Projektträgers. 

Insbesondere unter diesen erschwerten Bedingungen können wir durch gegenseitige Achtsamkeit und das Mitmachen bei Aufräumaktionen ein starkes Zeichen gegen die Verschmutzung unserer Lebenswelt und für eine saubere und gesunde Umwelt setzen.


Das Problem mit unserem Müll

Jedes Jahr werden ca. 8 Millionen Tonnen Müll über die Ozeane entsorgt. Das ist das Äquivalent des Gewichtes von über 112.000 Boeings 737 – jährlich! Gründe für die großen Mengen Abfall sind die Wegwerf-Gewohnheiten der modernen Single-Use-Gesellschaft und fehlendes oder kaum umsetzbares Recycling aufgrund erschwerter Bedingungen durch falsche Mülltrennung und ungünstiges Verpackungsdesign. Insbesondere Plastikmüll zersetzt sich in der Natur erst nach Jahrhunderten, häufig unter Freisetzung schädlicher Chemikalien. Außerdem wird Plastik über die Jahre durch die Natur wie Sand zu kleinen Teilen zermahlen. Auf der rauen Oberfläche dieser Mikroplastik-Partikel können sich Giftstoffe anreichern. Besonders in den Ozeanen, aber auch in deren Zuläufen, wie zum Beispiel in der Elbe, wird das toxische Mikroplastik von vielen Lebewesen mit Nahrung verwechselt und gelangt so in die Nahrungskette. Auch in den Böden, auf denen unsere Nahrung wächst, und in der Luft, die wir atmen, werden immer häufiger Mikroplastikpartikel nachgewiesen. Unser achtlos weggeworfener Plastikmüll landet also letztendlich direkt bei und in uns. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.


Ansprechpartnerin in Hamburg

Seit Kurzem gibt es für Hamburg mit Jana Wohlgethan als neuer Teamleiterin eine direkte Ansprechpartnerin zu Fragen und zur Organisation rund um den World Cleanup Day. Jana hat ein ganzes Team hinter sich, bestehend aus der Studierendeninitiative „Initiative Plastich“ und der gemeinnützigen GmbH „Oclean“. IPlastich und Oclean repräsentieren die vielfältige und aktive Landschaft aus Organisationen, die in Hamburg für einen verantwortungsbewussteren Umgang mit Plastik, unserer Umwelt und den Ressourcen unserer Erde einstehen.

Jana Wohlgethan, Teamleiterin für den World Cleanup Day Hamburg stellt sich vor: „Ich bin Jana von der Initiative Plastich, einer Gruppe von Hamburger Studierenden, die sich seit Beginn des Jahres mit dem Problem der weltweiten Plastikmüllverschmutzung befasst. Wir wollen darüber aufklären, wo Plastik herkommt, wo es hinkommt und was es da mit der Natur und unserer Gesundheit macht. Unserer Meinung nach kann man die immer größer werdende Plastikflut am besten an der Quelle bekämpfen: bei uns. Cleanups sind dabei perfekt geeignet, um sich der Problematik bewusst zu werden und selbst anzupacken. Dieses Motto verfolgen auch unsere Mädels von Oclean, mit denen wir Hand in Hand in Hamburg aktiv sind.“ Bei Fragen rund um die Organisation von eigenen Aufräumaktionen oder zum „Wie?“ und „Wo?“ des Mitmachens am World Cleanup Day schreibt dem Hamburger World Cleanup Day-Team gerne über hamburg@worldcleanupday.de. Euch interessiert das Thema Cleanups, Plastikmüllverschmutzung und was Jede und Jeder im Alltag für einen geringeren Plastikfußabdruck tun kann? Schaut doch mal auf den Social Media Kanälen von IPlastich (Facebook, Instagram: @Iplastich, https://plasti.ch) und Oclean (www.oclean.hamburg.de, Facebook, Instagram: @oclean.hamburg) vorbei.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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