Buchholz

Natur hautnahe erleben beim Aktionstag der Grundschule Sprötze-Trelde

Sprötze. Ein Blick auf den sonnigen See auf der idyllischen Waldlichtung – dann gibt es kein Halten mehr. „Ja, ich geht rein“, ruft Julie. Die Schuhe fliegen aufs Gras, die Hose wird hochgekrempelt, dann schnappt sich das Mädchen den Kescher – und ab ins Wasser. Schnell folgen die anderen Viertklässler der Grundschule aus Sprötze ihrem Beispiel. Hautnah, mit allen Sinnen, erleben die Mädchen und Jungen beim Aktionstag, den die Naturparkregion Lüneburger Heide für die als Naturpark-Schule ausgezeichnete Grundschule Sprötze-Trelde anbietet, die Natur. „Das macht richtig Spaß“, ruft Merle.

Die Kinder sind voller Eifer bei der Sache. Auf den Erfolg ihres „Fischzugs“ müssen die Mädchen und Jungen nicht lange warten. Schnell bleiben Pflanzen und kleine Tiere im Kescher hängen. „Ich hab‘ was“, ruft Merle und präsentiert ihren Fang stolz Detlef Gumz. Der Leiter der Naturschutzabteilung beim Landkreis Harburg begleitet die Exkursion fachlich. „Super, eine Libellenlarve“, sagt er anerkennend. Auch die anderen Netze bleiben nicht leer. Ein „Mini-Fisch“ ist ebenso dabei wie Wasserläufer  und Moderlieschen.

Das Keschern ist aber nur ein Teil bei der Exkursion für die Naturpark-Schule, bei der die Mädchen und Jungen den Weg des Wassers nachverfolgen. Der Tag begann morgens auf dem Brunsberg an einem  Wasserspeicher des Wasserbeschaffungsverbandes. Dort ging es um die Funktion des Behälters, der 5000 Kubikmeter Trinkwasser fasst, und den Verbrauch des Wassers. Die Kinder staunten, dass zeitweise bis zu 1000 Kubikmeter in der Stunde verbraucht werden. Dann bekamen die Mädchen und Jungen bei der Besichtigung des Klärwerks Kakenstorf einen Einblick in den weiteren Weg des Wassers: vom Abwasser, wie es direkt aus dem Kanal im Klärwerk ankommt, über die verschiedenen Reinigungsstufen bis zur Qualitätskontrolle des gereinigten Wassers im Labor, das dann in die Este abgegeben wird. Anschließend ging es an den See, um praktisch herauszufinden, was im Wasser alles lebt.

Die Grundschule Sprötze-Trelde ist ebenso wie die Oberschule Hanstedt als Naturpark-Schule im Landkreis Harburg zertifiziert, in der Naturparkregion hat außerdem die Schule Neuenkirchen im Heidekreis diese Auszeichnung. Über die Kooperation mit dem Naturpark erhalten die Schulen ein maßgeschneidertes Konzept für außerschulisches Lernen, bei dem Bildungsangebote aus dem gesamten Naturpark integriert werden können.

Mit der Grundschule Sprötze-Trelde beispielsweise wird eine sehr intensive Kooperation gepflegt. „Es gelingt immer wieder auf erfreuliche Weise, den Unterricht durch Themen zu bereichern, die im Kontext Zukunft und Nachhaltigkeit wichtig sind und sich direkt vor der Haustür, im Naturpark, abspielen“, erläutert Robin Marwege, Projektleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung bei der Naturparkregion. Der Weg des Wassers ist eines der Programme, bei anderen Aktionen geht es zum Schäfer in die Heide oder auf den Brunsberg zur Vermessung der Erde.

Diese Angebote verbinden Theorie und Praxis abwechslungsreich miteinander. „Das prägt sich viel besser ein“, weiß Robin Marwege. Den Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen werden so profunde Kenntnisse über Natur und Kultur ihrer Heimat vermittelt. „Unser Ziel ist es, Kinder möglichst früh an die Natur vor Ort heranzuführen und sie einzuladen, die Schönheiten vor Ort zu entdecken“, betont der Projektleiter. „Die Naturparkregion wird so greifbar und erlebbar.“ Das gelingt nach seinen Erfahrungen gut – und die Aktionen ziehen auch weitere Kreise. „Die Kinder erzählen begeistert zu Hause, und dann fragen auch die Eltern nach.“

Unterstützt werden die Aktionen von der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Die Sparkasse begleitet das Naturpark-Projekt für Schulen bereits seit 2016 und fördert die Initiative mit jährlich 2.500 Euro. „Kinder und Natur, etwas Besseres gibt es nicht“, sagt Jörn Stolle, Leiter Unternehmenskommunikation der Sparkasse Harburg-Buxtehude, begeistert. „Während Schule oftmals sehr theoretisch ist, bietet der Naturpark vielfältige praktische Erfahrungen. Die Kinder lernen hautnah die große Bedeutung vom nachhaltigen Umgang mit der Natur. Die Vermittlung des Nachhaltigkeitsgedankens ist uns als Sparkasse sehr wichtig.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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