Hamburg

Warnstreiks: Jetzt machen die Beschäftigen ernst

Hamburg. Wer erinnert sich nicht an die warmen Worte, die Politiker aller Parteien anlässlich der Mehrarbeit vieler Beschäftigter im öffentlichen Dienst übrig hatten. Man müsse diese Berufsgruppe mehr wertschätzen, hieß es. Doch davon ist jetzt nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil, die öffentlichen Arbeitgeber haben auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 20. September kein akzeptables Angebot vorgelegt.

„Die Beschäftigten in den Krankenhäusern, Kitas und in der sozialen Arbeit halten das Herz der Stadt am Schlagen. Am Montag treffen sie sich um 10:00 Uhr im Herzen der Stadt an der Binnenalster und zeigen: ‚Wir sind unverzichtbar! Jetzt ist die Zeit, die Berufe im Gesundheitswesen und im Sozial- und Erziehungsdienst aufzuwerten. Es ist unfair, erst warme Worte zu sprechen und bei der Vergütung nun die kalte Schulter zu zeigen, gleichzeitig aber zu erwarten, dass die Pflegekräfte und die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mit ihrer Gesundheit dafür einstehen, dass unsere Stadt auch weiterhin gut durch die Krise kommt.“, sagt Hilke Stein (ver.di Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales).

Die Gewerkschaft fordert 4,8% mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro monatlich, auch die Auszubildenden sollen mindestens 100 Euro mehr bekommen.

Am Freitag sind die Beschäftigten der HPA zum Streik aufgerufen, am Samstag streiken die Beschäftigten der Stadtreinigung, wo vermutlich alle Wertstoffhöfe betroffen sind. Am kommenden Montag sind tausende Beschäftigte in den Elbkinder-Kitas, den Krankenhäusern, den Einrichtungen der Behindertenhilfe und der sozialen Dienste zum Warnstreik aufgerufen.

Wichtig für die Beschäftigten ist die Botschaft, dass sich der Streik nicht gegen die Betroffenen wendet, vielmehr ist es das einzige wirkungsvolle Mittel, die Arbeitgeber zum Handeln zu bewegen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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