Kultur

Eröffnung der Ausstellung „Ernst Barlach als Briefeschreiber“

Jesteburg. Private Briefe und Postkarten neben geschäftlicher Korrespondenz, zum Teil mehr als hundert Jahre alt, im Neuen Atelier der Kunststätte Bossard finden sie einen besonderen Rahmen und sind als Exponate der Sonderausstellung „Ernst Barlach als Briefeschreiber“ bis zum 10. Januar 2021 zu bewundern. Die neue Sonderausstellung der Kunststätte wurde jetzt im Beisein geladener Gäste eröffnet.

Andreas Sommer Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude und Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard sprach das Grußwort und würdigte des Werk des Bildhauers ebenso, wie die Bestrebungen der Kunststätte nach den Monaten des Lockdowns, das kulturelle Leben an der Kunststätte wiederzubeleben.

„Der Bildhauer Ernst Barlach ist einer der wichtigsten Künstler des deutschen Expressionismus. Er war wie viele Künstler seiner Zeit ein Querdenker, Mahner und Visionär. Im Kontext aktueller Entwicklungen, weltweit, aber auch bei uns in Deutschland, zeigt sich eindrucksvoll, wie relevant die Kunst und Gedanken Barlachs selbst für richtungsweisende Fragestellungen von heute noch sind“, so Sommer.

Im Jahr der 150. Wiederkehr seines Geburtstags werden diese Gedanken in seinen Schriften und Briefen, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen, wieder lebendig und vermitteln ein vielschichtiges Bild von Ernst Barlach. Dr. Gudula Mayr, wissenschaftliche Leiterin der Kunststätte Bossard stellt ihn folgendermaßen vor: „Barlach ist tiefgründig, hoch engagiert als Künstler, aber auch humorvoll, gelegentlich ironisch. Wir begegnen ihm als engagierten Sohn, Bruder, Vater, Partner, als Freund, als Geschäftspartner, als wortgewaltigen Schriftsteller, als Kulturschaffenden und Kulturbegeisterten.“

Barlachs Anzahl an Briefpartnern war beachtlich. Die Zahl stieg mit seiner Bekanntheit. Die Inhalte variieren von privaten Schriften, über Themen wie finanzielle Engpässe, Gesundheit und Krankheit, über die Deutung seiner eigenen Werke, die Schilderung von Erstehungsprozessen seiner Werke bis hin zu seiner eigenen Ausgrenzung während der NS-Zeit. Barlach reflektierte die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse seiner Zeit.
Aus dieser Korrespondenz Barlachs sind mehr als 2200 Briefe und Postkarten erhalten. Sie werden national und international in Museen, Archiven und Privatbesitz bewahrt. Die Ernst Barlach Stiftung Güstrow ist im Besitz von 375 Schriftstücken. Ein Teil davon wird für die Zeit der Ausstellung freundlicherweise an die Kunststätte verliehen. Die Geschäftsführerin der Stiftung, Dr. Magdalena Schulz-Ohm, selbst lange Zeit an der Kunststätte Bossard tätig, bezeichnet die Sammlung als „wahre Fundgrube für den Leser“.

Die Ausstellung „Ernst Barlach als Briefeschreiber“ ist im Neuen Atelier zu den Öffnungszeiten der Kunststätte Bossard, Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, zu sehen. Neben den Schriftstücken sind einige bedeutende Skulpturen des Bildhauers ausgestellt. Am Sonntag, dem 15. November, findet an der Kunststätte ein besonderer Museumssonntag zu Ernst Barlach mit Lesung, Themenführungen und Kalligrafie statt. 

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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