FreizeitKultur

„Kartoffeltag – Spezial 2020“ mit großer Sortenvielfalt

Rosengarten. Beim „Kartoffeltag – Spezial 2020“ am Sonntag, dem 11. Oktober, im Freilichtmuseum am Kiekeberg dreht sich alles um die Knolle. Von 10 bis 18 Uhr erfahren Groß und Klein mehr über Anbau, Ernte und Kulturgeschichte der Kartoffel. Sie entdecken alte und moderne Sorten in vielen Farben und Größen. Außerdem gibt es für Kinder den Kartoffelsortierer als Mitmachstation, Spiele und Experimente mit Kartoffeln sowie eine Probierküche mit der Landfrau im Freien. Das Programm unterliegt den aktuellen Abstands- und Hygieneregeln. Im Innenbereich des Freilichtmuseums ist eine Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend. Der Eintritt beträgt 9 Euro, Besucher unter 18 Jahren und Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt.

Kooperationspartner des Kartoffeltages ist das Kartoffelgut der Familie Tobaben aus Apensen. Sie zeigt viele gängige, aber auch ausgefallene Sorten ihres Hofes zum Probieren und Kaufen. Die Besucher sehen die Erntemaschinen und erfahren mehr über den Kartoffelanbau. Auch der Museumsbauernhof Wennerstorf bietet beim Kartoffeltag verschiedene Kartoffel- und Gemüsesorten in Bioland-Qualität an. Von der Museumsbäckerei gibt es Kartoffelbrot frisch aus dem Holzbackofen.

In der Probierküche kochen Landfrauen Leckereien aus Kartoffeln; sie unternehmen mit Kindern wissenschaftliche Experimente. Außerdem machen Kinder bei einer Kartoffelolympiade mit und erhalten im Anschluss eine kleine Überraschung.

Die Gelebte-Geschichte-Darsteller führen den Besuchern in historischer Kleidung vor, wie Kartoffeln vor einigen hundert Jahren bis in die Nachkriegszeit zubereitet wurden: 1804 kocht die Bauernfamilie im alten Heidehof Salzkartoffeln im Topf über dem offenen Feuer. Ohne Schornstein mussten die Bewohner mit starker Rauchentwicklung leben. Kartoffeln gab es fast täglich zu essen, manchmal auch als Stampf- oder Bratkartoffeln.

Nebenan im Fischerhaus sehen Besucher, wie die Familie aus der Elbmarsch um 1904 auf dem gusseisernen Herd Pellkartoffeln kocht, früher eine einfache Beilage zum selten servierten Fisch. Denn der wurde meist komplett auf dem Markt verkauft.

Die Darsteller des Zeitabschnitts nach 1945 bereiten auf der „Kochhexe“ Kartoffelpuffer nach ostpreußischem Rezept vor der Nissenhütte zu. Zu dieser Zeit waren Kartoffeln selten und ein wahres Festessen.

Der Kartoffelanbau ist in den lockeren Böden der Heide und Marsch weit verbreitet und bekannt. Bereits 1720 begannen Winsener Bauern mit dem Anbau. Ursprünglich kam die Kartoffel mit den spanischen Kolonialherren im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa und wurde im 18. Jahrhundert auch in Deutschland angebaut. Wegen ihrer hübschen Blüten pflanzten königliche Gärtner sie als Zierde. Ihre Knollen galten lange Zeit als giftig. Erst mit den „Kartoffelbefehlen“ des Königs Friedrich II. von Preußen (reg. 1740-1786) setzte sich das Gemüse als Grundnahrungsmittel durch; bald war die Kartoffel nicht mehr wegzudenken.

Im Agrarium des Freilichtmuseums widmet sich ein ganzer Ausstellungsbereich der Kartoffel und zeigt landwirtschaftliche Geräte des Anbaus und der Ernte. Im Ausstellungsbereich des Freilichtmuseums ist eine Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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