Politik

LPT-Labor: Welche Inhalte sind nichts für die Öffentlichkeit?

Neugraben-Fischbek. Die Recherche der „SOKO-Tierschutz“ hatte das Thema auf die Tagesordnung gehievt: In einem der drei Tierversuchslabore der Firma LPT in Mienenbüttel wurde ein Tierschützer als Mitarbeiter eingeschleust und hielt die katastrophalen Zustände mit einer Kamera fest. Hunde, Affen und Kleintiere wurden teilweise auf das Widerlichste behandelt. Die Behörden in Niedersachsen stellten nach einer bundesweiten TV-Ausstrahlung der Aufnahmen eklatante Mängel fest und entzogen dem Labor die Genehmigung.

Nachdem Tierschützer monatelang auch vor dem Hauptsitz des Labors in Neugraben demonstriert hatten, haben auch die Behörden in Hamburg zunächst die Reißleine gezogen und dem Labor die Genehmigung entzogen. Ehemalige Mitarbeiter des Tierversuchslabors deckten außerdem auf, dass offenbar Studien gefälscht wurden. Doch nach einer juristischen Auseinandersetzung durfte das Labor mit neuer personeller Besetzung wieder eröffnen.

Im Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz sollte dieses Thema heute behandelt werden. Die Stellungnahme der Behörde wurde aber auf Antrag der Grünen und mit den Stimmen der SPD in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung verlegt. Die Tierschutzaktivisten gehen deshalb auf die Barrikaden und veranstalten ab 16:30 Uhr vor dem Harburger Rathaus eine „laute Mahnwache.“ Der Vorwurf: Mangelnde Transparenz.

Jörgen Marek ist als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion Mitglied im Ausschuss: „Es wahr so, dass Vertreter der Behörden in einer Sitzung von Anfang des Jahres bereits Stellung bezogen. Doch blieben einige Fragen offen, die man in offener Sitzung nicht beantworten wollte. Unsere Hoffnung ist, dass die Behörde nun deutlich wird und dabei auf die Ereignisse eingeht, die seit dem Antrag neu hinzugekommen sind. Deshalb haben wir einen Zusatzantrag gestellt. Dem pflichtet Frank Richter (SPD) bei, der ebenfalls erhofft, dass auf diese Weise mehr Informationen im Ausschuss landen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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