Winsen

Fünf elbMOBIL-Shuttles verbinden ab Dezember die Elbmarsch mit Winsen

Winsen. Auch auf dem Land kommt man wech: Ab Sonntag, 13. Dezember 2020, trifft das auf die Samtgemeinde Elbmarsch ganz besonders zu. Denn dann kommt der Öffentliche Personennahverkehr, kommt das neue elbMOBIL, fast bis an die eigene Haustür: Der On-Demand-Shuttleservice ermöglicht es Elbmarschern und auch Winsenern dann, komfortabel und flexibel zwischen beiden Kommunen zu pendeln.

„Wir erproben mit dem elbMOBIL die Mobilität der Zukunft“, bewertet Landrat Rainer Rempe das neue Angebot, das für ein Forschungsprojekt des Reallabors Hamburg ein Jahr in der Samtgemeinde Elbmarsch erprobt wird. „Wir ergänzen den ÖPNV für die Dauer des Projekts um eine flexible, günstige und klimaschonende Mobilitätsalternative, die es möglich macht, das eigene Auto auch mal stehen zu lassen. Wir erhoffen uns dadurch wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung des ÖPNV in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.“

Allen voran bekommt die Elbmarsch während der Projektdauer einen deutlich besseren Anschluss ins Stadtgebiet von Winsen und so auch zu den Zügen nach Hamburg. Durch die bequemere, individuellere Anbindung an das bestehende Bahn- und Busnetz über das elbMOBIL wird der öffentliche Nahverkehr in der Elbmarsch erheblich verbessert.

Auf Basis einer im Rahmen des Forschungsprojekts vorgenommenen Mobilitätsanalyse wurde die Winsener Elbmarsch bzw. die Samtgemeinde Elbmarsch als ländliche Testregion ausgewählt. Hier verkehrt derzeit nur eine Buslinie, die im Wesentlichen auf den Schülerverkehr ausgerichtet ist. Zudem gibt es in der Samtgemeinde Elbmarsch seit Ende 2018 kein Anruf-Sammeltaxi mehr. Die Stadt Winsen ist als Ziel- oder Startort in den elbMOBIL-Verkehr eingebunden. Somit können Bürgerinnen und Bürger aus Winsen das neue Shuttleangebot für ein Ziel in der Elbmarsch für den Hin- und Rückweg buchen. Je nach Auslastung des elbMOBIL ist eine Erweiterung des Testgebiets während der Laufzeit des Projekts möglich.

Das elbMOBIL ist ein On-Demand-Service und überbrückt mit auf Abruf verfügbaren Shuttles die erste und letzte Meile. Die Flotte von fünf barrierefreien Mercedes Sprintern wird von der KVG betrieben, während der Projektdauer soll ein Fahrzeug durch ein Elektrofahrzeug ersetzt werden.

Ab 13. Dezember kann jeder, der das Shuttle innerhalb der Elbmarsch, von der Elbmarsch nach Winsen oder von Winsen in die Elbmarsch nutzen möchte, über die von der DB-Tochter ioki entwickelten Smartphone-App Start- und Zielort eingeben und erhält die Abfahrts- und Ankunftszeiten des Shuttles. Neben der App kann auch per Telefon eine Fahrt bestellt werden.

Fahren wird das elbMOBIL montags bis donnerstags von fünf bis 23 Uhr und an den Wochenenden ab acht Uhr. In den Nächten zu arbeitsfreien Tagen und zu Feiertagen verkehren die Shuttles bis zwei Uhr nachts.

Ist die Fahrt zur gewünschten Zeit möglich und wird über die App gebucht, kann der Fahrgast mittels der App das Fahrzeug und die genaue Abholzeit in Echtzeit verfolgen.

Da mit dem neuen Angebot vor allem das bestehende ÖPNV-Angebot gestärkt werden soll, muss entweder der Start- oder der Zielpunkt der Fahrt muss eine Haltestelle sein. Die App berechnet dazu den kürzesten Fußweg für eine Verbindung. Liegt der Zielpunkt näher an einer Haltestelle als der Startpunkt, wird der Fahrgast zu Hause abgeholt. Im umgekehrten Fall leitet die App den Fahrgast zur nächstgelegenen Haltestelle, holt ihn dort ab und fährt ihn direkt zur Wunschadresse. Haltestellen sind dabei alle regulären Bushaltestellen des HVV. Zudem werden in der Elbmarsch an Standorten mit erwartbarer Fahrgastnachfrage oder sehr entfernt gelegenen Haltestellen noch virtuelle elbMOBIL-Haltestellen eingerichtet.

Auf der Route zum Ziel steigen andere Fahrgäste zu, die zur gleichen Zeit einen ähnlichen Weg zurücklegen möchten. Auf der Fahrt sind also kleinere Umwege möglich. Dieses sogenannte Ridepooling ermöglicht eine optimale Auslastung der Fahrzeuge und entlastet Straßen und Umwelt. Das Shuttle bietet Platz für maximal acht Fahrgäste.

Das elbMOBIL ist nicht nur flexibel und komfortabel, sondern auch noch günstig. Die Nutzerinnen und Nutzer müssen lediglich über eine HVV-Zeitkarte verfügen oder einen Einzelfahrschein nach HVV-Tarif lösen. Dabei wird in jedem Fall ein Komfortzuschlag von einem Euro fällig. Bezahlt werden kann schnell und einfach über die elbMOBIL-App oder aber direkt beim Fahrer.

Das elbMOBIL ist zum Projekt-Start selbstverständlich auf die Corona-Pandemie eingestellt: Eine Trennvorrichtung teilt Fahrer- und Fahrgastraum, durch das mögliche bargeldlose Zahlen kann ein direkter Kontakt vermieden werden. Alle bestehenden Hygienevorschriften werden eingehalten, die Fahrzeuge regelmäßig gereinigt und desinfiziert. Die Passagiere sind verpflichtet, während der Fahrt einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich ihren Mitmenschen gegenüber solidarisch zu verhalten und den Service nicht zu buchen, sofern sie die Krankheitssymptome aufweisen.

Fahren wird das elbMOBIL in der Elbmarsch und in Winsen im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderten „Reallabors Hamburg“ zunächst für ein Jahr, um das On-Demand-Angebot im ländlichen Raum zu erproben. Partner für die Umsetzung des Projekts im Landkreis Harburg sind die Süderelbe AG (Projektkoordination und –kommunikation), die KVG Stade (Betrieb des Shuttle Verkehrs), die ioki GmbH (Mobilitätsanalyse und Bereitstellung der On-Demand Plattform), die TU Hamburg-Harburg (wissenschaftliche Auswertung), der Landkreis Harburg mit der VNO Stade (Planung und Einführung des Shuttle Verkehrs) und die Samtgemeinde Elbmarsch.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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