Politik

Kulturtreibende in großer Not: DIE LINKE. Fraktion sucht Gespräch

Harburg. Was geht noch in der Kultur? Dieser Frage möchte Heiko Langanke, Mitglied der Bezirksfraktion DIE LINKE. in Harburg und Vorsitzender des Kulturausschusses der Bezirksversammlung, am Donnerstag, 19. November 2020, zwischen 18 und 19:30 Uhr mit seinen Gästen in einem öffentlichen Online-Treffen nachgehen. „Der Lockdown hat die Kultur nahezu zum Erliegen gebracht“, so Langanke. „Wir wissen nicht, wie es mit der Pandemie weitergeht, wann wir wieder Veranstaltungen haben werden. Da stellt sich schon die Frage, wie es um die Kultur in Harburg in der Zukunft bestellt ist.“

Um dies zu diskutieren hat Langanke drei versierte Kulturexperten eingeladen, die die Kulturarbeit nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus der Praxis kennen: Norbert Hackbusch (kulturpol. Sprecher Die LINKE. der Hamburger Bürgerschaft Heimo Rademaker (SuedKultur) Carsten Lünzmann (Dreifalt Genossenschaft) „Wir wollen zum einen erörtern, welche Hilfspakete für wen gerade greifen könnten, aber auch um welche realen Probleme sich welche Kulturschaffenden gerade sorgen. In der Diskussion wollen wir nicht abgehoben theoretisieren, sondern einen konkreten Blick auf den Bezirk Harburg werfen“, erläutert Langanke.

Denn da, so der Kulturausschussvorsitzende, liegt einiges im Argen. Anträge in Harburg speziell für Corona-Probleme sind aussichtslos, da sie immer eines Eigenanteils bedürfen, aber es vor allem keinen tagenden Ausschuss gibt, der darüber befinden könnte. Also gilt es, Informationen zu anderen Hilfsprogrammen Hamburgs oder des Bundes zu sortieren. „Hier ist das Netzwerk SuedKultur ein guter Ansprechpartner. Harburgs Raumprobleme sind zudem seit Jahr und Tag bekannt. Nun aber haben viele Ensembles schon aufgrund der Abstandsregeln massive Probleme, überhaupt üben und arbeiten zu können.“ Daher wird hier Carsten Lünzmann für die Dreifalt Genossenschaft sprechen, die dieses Problem aktuell intensiv bearbeitet. Wie es in anderen Bezirken aussieht und welche Hilfe ggf. vom Senat noch zu erwarten sein werden, wird Norbert Hackbusch ausführen können. Selbiger hatte erst kürzlich nachgefasst, warum die Hamburger Kreativgesellschaft im Süden der Stadt so inaktiv ist.

Jüngst hat es von Langanke Kritik an der Erhebung von Platzgebühren für die Open-Air-Reihe „Fight For Live!“ gegeben. „Die rot-grüne Koalition in Harburg hat sich zwar die Kultur auf die Fahne geschrieben und sich selbst 40.000 Euro für einen Kultur-Entwicklungsplan bewilligt. Aktuell wickelt sie aber Kultur schlichtweg ab. Wir haben von SPD und Grünen bisher nur gehört, was alles nicht geht.“ Ganz anders bewertet Langanke dagegen den sozialdemokratischen Kultursenator der Hansestadt. „Kultursenator Carsten Brosda hat in der Krise erstaunliches für die Kultur geschafft. Und zwar unabhängig davon, ob es um Hoch-, Stadtteil- oder Subkultur geht.“

Unter diesem Desinteresse und der Kulturferne von Sozialdemokraten und Grünen in Harburg leiden auch engagierte und progressive Initiativen und Projekte wie die Genossenschaft Dreifalt, die mit einem innovativen Konzept der Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße wieder Leben einhauchen wollte.


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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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