Verkehr

Hochbahn-Beschäftigte streiken am kommenden Sonnabend

Hamburg. Weil die Hochbahn die Verantwortung auf die Stadt schiebt, brach sie die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ab. Die Signale bleiben offenbar aus, weshalb sich die bei ver.di organisierten Beschäftigten von Hochbahn und VHH gezwungen sehen, mit einem ganztägigem Warnstreik ihre Forderungen zu unterstreichen. Am Sonnabend, den 28- November bleiben deshalb von Betriebsbeginn bis Betriebsende sämtliche Busse und U-Bahnen stehen. So jedenfalls hatte die Hochbahn bei vergangenen Streiks in der Corona-Zeit reagiert.

„Die Geschäftsführungen von HOCHBAHN und VHH verweisen auf die Politik, die ihnen die Hände gebunden habe. Herr Tjarks, Herr Dressel, als Senatoren für Verkehr und Finanzen in Hamburg sind Sie jetzt gefragt: Sie müssen den Weg freimachen für eine bedarfsgerechte Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg. Die jetzigen Forderungen sind Resultat politischer Entscheidungen, als Politiker müssen Sie unverzüglich umsteuern für eine Nahverkehrsinitiative, die die Beschäftigten nicht im Regen stehen lässt“, erwartet Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

Gabriel Riesner, Gewerkschaftssekretär für den ÖPNV bei ver.di Hamburg ergänzt:„Selbstverständlich wissen die Kolleginnen und Kollegen, dass dieser Streik die von Corona ohnehin gebeutelte Innenstadt trifft. Leider haben ihnen die Arbeitgeber aber keine andere Wahl gelassen. Streiks sind nervig, sie führen zu Verspätungen und Unannehmlichkeiten. Sie sind aber auch das letzte Mittel in einem Kampf, der sich ebenso um die Sicherheit der Fahrgäste dreht: denn nur gesunde, ausgeruhte Beschäftigte sorgen für einen sicheren Nahverkehr. Dafür treten die Kolleginnen und Kollegen an“

Claudia Güsken, HOCHBAHN-Vorständin für Personal und Betrieb:  „Wir kommen in den Verhandlungen seit Wochen nicht weiter und sehen uns nach wie vor unverhältnismäßig hohen Forderungen gegenübergestellt. Deshalb auch unser Angebot zum Eintritt in ein Schlichtungsverfahren. Dass das nun mit einem Streik beantwortet wird, ist für uns unbegreiflich – gerade in der aktuellen Lage.“

In den laufenden Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der HOCHBAHN trafen sich die beiden Tarifvertragsparteien am 18.November 2020 zu einer vierten Verhandlungsrunde. In dieser hat die HOCHBAHN zum Entgelt ein aus ihrer Sicht tragfähiges Angebot auf Basis des bundesweit zuletzt für zahlreiche Abschlüsse herangezogenen TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) vorgelegt. Darüber hinaus hat die HOCHBAHN weitere Entlastungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten – u.a. zusätzliche freie Tage für geleistete Nachtarbeit.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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