Gesundheit

„Vorsicht, heiß!“ – Kinder vor Brandverletzungen schützen

Hamburg. „Vorsicht, heiß!“ – so lautet das Motto des diesjährigen „Tag des brandverletzten Kindes“. Über 30.000 Kinder in Deutschland müssen auf Grund von thermischen Verletzungen ärztlich behandelt werden. Davon befinden sich 7.500 Kinder in stationärer Behandlung. „Die Zahlen zeigen, dass das Thema Brandverletzung und die Folgen ziemlich präsent und wichtig sind“, so Annika Steinbrink. Die Chefärztin der Kinderchirurgie an der Helios Mariahilf Klinik Hamburg setzt sich seit Jahren für das Thema ein. Brandverletzte Kinder müssen oftmals Monate oder sogar jahrelang behandelt werden. Das liegt daran, dass das Narbengewebe nicht mitwächst, was Schmerzen und die Gefahr einer Bewegungseinschränkung für die Kinder bedeutet. „Dabei kommt neben den physischen Schmerzen meist eine psychische Belastung hinzu, vor allem wenn die Brandnarben sehr auffällig sind“, sagt die Expertin.

Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren. Beim Erkunden und Kennenlernen der Umgebung geraten die Kleinkinder leicht an heiße Oberflächen und kommen mit heißen Flüssigkeiten oder Gegenständen in Kontakt. „Die meisten aller Unfälle, die kindliche Brandverletzungen zur Folge haben, passieren im häuslichen Bereich. Hier wird zum Beispiel die heiße Tasse Tee oder der heiße Backofen schnell zur Gefahr“, erklärt Dr. Steinbrink. Dabei reicht eine Tasse Tee aus, um fast 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verbrühen.

Gerade zur Weihnachts- und Silvesterzeit steigt die Gefahr einer Verbrennung. Kerzenlicht, Kaminfeuer, Silvesterböller und -Raketen sind für die meisten Kinder sehr faszinierend und verlockend. „Es ist wichtig, ein Auge auf die möglichen Gefahrenquellen zu haben, denn etwa 60 Prozent der Unfälle lassen sich durch Prävention vermeiden“, weiß Dr. Annika Steinbrink. Eltern können Brandverletzungen mit einfachen Maßnahmen vorbeugen, hier einige Beispiele:

·         Silvesterböller und –Raketen gehören nicht in die Hände von Kindern.

·         Kinder nicht mit offenem Feuer alleine lassen.

·         Keine Schüssel zum Inhalieren verwenden, sondern stattdessen ein standfestes Gerät nutzen.

·         Wenn das Kind auf dem Schoß sitzt oder es auf dem Arm getragen wird, währenddessen nichts Heißes essen oder trinken.

·         Bei Töpfen auf dem Herd darauf achten, dass die Griffe nach hinten gedreht sind.

·         Bei Elektrogeräten vermeiden, dass Kabel herunterhängen. Die Geräte immer ausschalten und abkühlen.

·         Wärmflaschen nur mit warmem Wasser, nicht kochend heißes Wasser, befüllen und fest verschließen.

„Ganz wichtig ist, dass die Eltern ihren Kindern die Gefahrenquellen erklären und einen richtigen Umgang mit diesen beibringen“, sagt Annika Steinbrink. „Etwas zu verbieten ist meist nicht hilfreich, denn Verbote reizen – genauso wie Feuer.“

Zeige mehr
Anzeige

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

Pressemitteilungen sind oft Texte von Unternehmen, Institutionen und Parteien. Es handelt sich dabei nicht um eine neutrale Berichterstattung im üblichen journalistischem Sinne. Oft werden Pressemitteilungen aus der Sicht des Verfassers formuliert. Die Redaktion von Aktuelles aus Süderelbe prüft diese eingesandten Manuskripte lediglich auf nicht belegbare Behauptungen und rechtliche Aspekte nach bestem Gewissen.

Kommentar verfassen

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
X
X