Neugraben-Fischbek

BioNTech Impfstoff: LPT-Labor war an der Entwicklung beteiligt

Neugraben-Fischbek. Bereits mit einer Pressemitteilung vom 31.12.2020 hat sich der Impfstoffhersteller BioNTech öffentlich bei mehr als 133 unterstützenden Partnerunternehmen bedankt. Darunter auch das Tierversuchslabor LPT ( Laboratory of Pharmacology and Toxicology), dessen Hauptniederlassung in Neugraben nach wie vor umstritten ist. Tierversuchsgegner fordern seit Jahren die Schließung der Einrichtung, spätestens mit der Veröffentlichung einer Reportage über einen eingeschleusten Mitarbeiter in die damalige Niederlassung Mienenbüttel schlugen die Wellen hoch. Die Initiatoren der Soko-Tierschutz dokumentierten eklatante Tierquälereien. Das Labor wurde in der Folge von den Behörden geschlossen. Es folgten auch Ermittlungen der Polizei, weil dem Labor Manipulation von Versuchsreihen vorgeworfen wurden.

„Um eine globale Gesundheitskrise wie COVID-19 zu meistern, haben wir die Initiative ergriffen, einen gut verträglichen und wirksamen Impfstoff für die Welt zu entwickeln – und zwar so schnell, wie es uns die Wissenschaft und die neueste Technik erlaubt hat“, sagte Prof. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech. „Trotz des enormen Schadens, den das Virus angerichtet hat, haben mich der wissenschaftliche Fortschritt, das unermüdliche Engagement und die globale Zusammenarbeit inspiriert und angetrieben. Es ist mir eine große Ehre, zu diesem Projekt beigetragen zu haben und es der ganzen Welt ein Stück weit zu ermöglichen, langsam wieder zur Normalität zurückzukehren. Ich möchte mich bei jeder einzelnen Person bedanken, die mitgeholfen hat, dies zu erreichen.“

Am 12. Januar hatte BioNTech seine Partner über das Projekt in Kenntnis gesetzt. Das Labor hat sich mit dem Projekt „Lightspeed“ auf die bevorstehenden Tierversuche ab März 2020 vorbereitet. Rund 150 Mitarbeiter von LPT arbeiteten an den Standorten Löhndorf und Neugraben an diesem Projekt.

„Wir sind stolz darauf, einen frühen und wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieses Corona-Impfstoffes geleistet zu haben. Während vor den Laboren Demonstranten gegen Tierversuche protestierten, haben unsere Mitarbeiter trotz vieler Anfeindungen an der Sicherheit des Impfstoffes gearbeitet“ erklärt LPT-Geschäftsführer Thomas Wiedermann und ergänzt: „Es ist eine einmalige Ausnahme, dass ein Auftraggeber sich öffentlich bedankt. Sonst gilt eine absolute Verschwiegenheit.“

Die toxikologischen Untersuchungen stehen immer am Anfang einer Arzneimittelprüfung. Für Impfstofftestungen werden unter anderem standardisierte Versuche mit Laborratten gemacht. Dabei wird untersucht, ob und welche Einwirkungen an der Einstichstelle und auf den Gesamtorganismus zu beobachten sind. Diese Ergebnisse sind dann ein nicht unerheblicher Teil der Voraussetzungen dafür, dass das Paul-Ehrlich- Institut (PEI) die erste klinische Studie an 12 Menschen genehmigen kann. Das PEI ist das für die Zulassung von Impfstoffen und die Durchführung klinischer Studien am Menschen zuständige Bundesinstitut.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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