Politik

„Hamburgs CDU-Vorsitzender greift in die Mottenkiste“

Hamburg, Als Reaktion auf die Stürmung des Kapitol in Washington leistet sich der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß eine unglaubliche Relativierung und stellt „Die Linke.“ auf eine Stufe mit der „AfD“. Damit erntet der erst frische Vorsitzende große Kritik im Netz. Der Journalist Dr. Jens Meyer-Wellmann provozierte bei Facebook mit der Feststellung: „Für den von einem rechtspopulistischen Präsidenten inspirierten und wohl auch von Rechtsextremen durchgeführten Sturm auf das Zentrum der Demokratie in den USA verhaftet der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß als Erstes mal die deutsche Linkspartei. Könnte man infam finden. Sagt aber womöglich vor allem etwas über die Hamburger CDU aus.“

Rechte und rechtsextreme Anhänger des US-Präsidenten stürmen das Kapitol in Washington, versuchen einen Putsch, vier Menschen sterben. Für Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß offenbar der perfekte Anlass, vor „Links- und Rechtsextremisten“ zu warnen und Antifaschisten in einem Atemzug mit Neo-Nazis als Gefahr für die Demokratie darzustellen. Als Reaktion auf den Trump-Putsch soll eine Brandmauer zu LINKEN und AfD her. 

Cansu Özdemir ist Franktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. in der Hamburgischen Bürgerschaft und Fachsprecherin für Frauen, Inklusion und Justizpolitik. Foto: DIE LINKE

Cansu Özdemir und Sabine Boeddinghaus, Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der Hamburgischen Bürgerschaft, fordern stattdessen eine Brandmauer gegen politische Wirrköpfe: „Wie verstrahlt muss man denn sein, ausgerechnet in so einem Moment gegen uns LINKE zu hetzen? Oder die Haltung und das wichtige Engagement von Antifaschisten mit den Gewaltexzessen von Neo-Nazis gleichzusetzen und damit dann die Gefahr von Rechts zu verharmlosen? Schon seltsam: Ob Sachsen-Anhalt oder Thüringen – immer wieder wirft die CDU sich begeistert irgendwelchen AfD-Faschisten an den Hals. Und wenn’s dann schief geht, kommt das Hufeisen aus der Mottenkiste. Vielleicht sollte Herr Ploß mal bisschen an seinem Demokratie-Verständnis feilen. Wir helfen ihm da gern.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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