Politik

„Rot-grüner Senat verhindert ohne triftigen Grund die Schaffung neuer Kitaplätze in Harburg“

Harburg. In Harburg stößt die Kindertagesbetreuung seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Situation hat sich auch in den vergangenen Jahren nicht verbessert. Nach wie vor fehlen Kitaplätze. Planung, Genehmigung und Bau kommen nicht hinterher. Gemäß Drs. 22/2471 sind in den vergangenen drei Jahren lediglich zwei neue Kindertageseinrichtungen im Wahlkreis Harburg entstanden. Zuletzt hat im Jahr 2020 die Kita Buxtehuder Straße 7 eröffnet. Berichten zufolge waren aber auch dort binnen einer Woche alle Plätze belegt. Kitas, die bemüht sind, ihr Angebot an Plätzen auszuweiten, wie beispielsweise die Kita am Museumsplatz, bekommen dafür keine Genehmigung.

Dazu erklärt Birgit Stöver, Harburger Wahlkreisabgeordnete der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft:

„Angesichts des weiteren Zuzugs junger Familien nach Hamburg und des steigenden Bedarfs an Betreuungsplätzen, ist der Ausbau der Kindertagesbetreuung weiterhin ein wichtiges Thema. Ein verlässlicher Kitaplatz ist für viele Familien unverzichtbar und trägt wesentlich zur Attraktivität und Lebensqualität eines Stadtteils bei. In Harburg warten einige Familien zum Teil Jahre auf einen Kitaplatz. Wenn der Senat in seiner Antwort auf meine Anfrage schreibt, es könne davon ausgegangen werden, dass im Sommer 2020 rund 20 Kinder im Wahlkreis Harburg keinen Krippen- bzw. Elementarplatz finden konnten, so ist das der blanke Hohn. In zahlreichen Kindertageseinrichtungen gibt es ellenlange Wartelisten. Die neue Kita Buxtehuder Straße 7 war innerhalb von wenigen Tagen voll. Hinzukommt, dass viele Eltern nicht wissen, wie sie vorgehen müssen oder an wen sie sich wenden können, wenn sie keinen Kitaplatz erhalten haben. Vor diesem Hintergrund ist jedes Aus- oder Neubauvorhaben der Träger von Kindertageseinrichtungen zu begrüßen und es ist absolut unverständlich, wenn Bauvorhaben ohne triftigen Grund abgelehnt oder verzögert werden, so wie es derzeit der Fall ist.“

Dazu erklärt Natalya Yanitska, Leiterin der Kita Museumsplatz in Harburg:

„Dass das Verfahren zur Inbetriebnahme unserer SterniPark Kita Wilhelmstrasse nun mittlerweile fast 2 Jahre dauert, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Wir bekommen täglich Anfragen von verzweifelten Eltern auf der Suche nach einem Kitaplatz und können keinen plausiblen Grund nennen, warum das Gebäude mit 4 Stockwerken und viel Platz für Kinder seit Mai 2019 nur im Erdgeschoss belegt werden darf.

In der Zeit seit Mai 2019 hätten wir gerne vielen Kindern einen Ort zum Spielen und Lernen gegeben und ihren Eltern somit die Möglichkeit, nach langer Wartezeit eine Arbeit aufzunehmen, Sprachkurse zu besuchen oder Ausbildungen zu starten. Wir haben sehr viele Anfragen für Kinder, die 4 oder 5 Jahre alt sind und deren Eltern bis dato trotz monatelanger Suche keinen Kitaplatz gefunden haben. Diesen Kindern wird die viel beschworene Chancengleichheit in der Bildung vorenthalten und der Übergang zur Schule erschwert.

Umso mehr wundert es mich, weshalb es trotz der sehr angespannten Situation mit Kitaplätzen in Harburg seitens des Bauamts keine Bereitschaft zum Dialog und einem zügigen Abschluss des Verfahrens zur vollständigen Inbetriebnahme der Kita gibt.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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