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„Halsringe erkennen – bestimmen – beschreiben“

Zu den prachtvollsten Gattungen archäologischer Funde gehören die Halsringe. Sie bestehen aus Bronze, Silber oder Gold, sind aufwendig hergestellt und reich verziert. Größe, Qualität und der Fundort der Stücke geben oftmals auch Auskunft über ihren ideellen Wert. Sie wurden von ausgewählten Männern und Frauen getragen, repräsentierten Stand und Würde des Trägers. In Mitteleuropa gibt es Halsringe schon seit dem Beginn der Bronzezeit um 2200 v. Chr. Obwohl sie eine wichtige Rolle in der archäologischen Forschung spielen, wurde diese Fundgattung bisher noch nie systematisch bearbeitet. In der neuen Publikation „Halsringe erkennen – bestimmen – beschreiben“ werden nun erstmals die Forschungsergebnisse zu diesen frühen Schmuckstücken zusammenfassend gegliedert und veröffentlicht.

Harburg. Für die Erfassung archäologischer Sammlungsbestände ist ein kontrolliertes und gemeinsames Vokabular unerlässlich. Die „Arbeitsgemeinschaft Archäologiethesaurus“ arbeitet seit mehr als zehn Jahren daran, ein vereinheitlichtes, überregional verwendbares Objektbezeichnungsvokabular aus klar definierten Begriffen für den gesamten deutschsprachigen Raum zu entwickeln, und veröffentlicht hierzu regelmäßig neue Bände in der Reihe „Bestimmungsbuch Archäologie“. Auch das Archäologische Museum Hamburg ist Teil dieser Arbeitsgruppe.

Für manche Objekte geschieht eine solche epochenübergreifende wissenschaftliche Zusammenstellung der wichtigsten Typen zum ersten Mal. Zu den Objektgruppen, die in der bisherigen Forschung noch gar keine eigene systematische Gliederung erfahren haben, gehören die Halsringe. Es handelt sich um Schmuckstücke, die – an prominenter Stelle getragen – durchaus beeindruckten. Das zumeist wertvolle Material und die Seltenheit solcher Funde lassen darauf schließen, dass es sich um Prestigesymbole handelte. Möglicherweise war der Halsring ein Rangabzeichen und kennzeichnete den hohen Stand seines Besitzers. Gleichzeitig überraschen die vielen unterschiedlichen Formen von Halsringen, die bisher gefunden wurden.

In dem neuen Band der Reihe „Bestimmungsbuch Archäologie“ werden jetzt erstmals die einzelnen Typen der Gattung Halsringe zusammenfassend vorgestellt, beschrieben und abgebildet. Der Band „Halsringe erkennen – bestimmen – beschreiben“ macht zusätzlich umfassende Angaben zur Datierung und Verbreitung der verschiedenen Halsring-Formen. Jeder Typ ist mit einer Definition, einer Zeichnung und Literaturangaben versehen. Farbtafeln mit besonders schönen Fundstücken runden den Band ab.

Foto: AMH

Die Bestimmungsbücher richten sich an Fachwissenschaftler ebenso wie an Studenten und interessierte Laien und sollen, entsprechend dem Reihentitel, bei der Bestimmung archäologischer Funde helfen. Beispielsweise können sie die Inventarisierung der archäologischen Bestände in Museen erleichtern.

Der neue Band „Halsringe erkennen – bestimmen – beschreiben“ kann zum Preis von 19,90 Euro ab sofort im Museumsshop sowie im Webshop erworben werden.

Hintergrundinformationen zur Arbeitsgemeinschaft Archäologiethesaurus

Als 2013 das erste „Bestimmungsbuch Archäologie“ im Deutschen Kunstverlag erschien, war nicht abzusehen, dass die Reihe sich zu einem Verkaufsschlager entwickeln würde. Begonnen hatte alles mit einem 2007 von der Hamburger Kulturbehörde ins Leben gerufenen Projekt zur digitalen Inventarisierung musealer Sammlungsbestände. Um eine einheitliche Erfassung in der Datenbank zu ermöglichen, sollte ein kontrolliertes Vokabular archäologischer Objektbezeichnungen entwickelt werden, ein sogenannter Thesaurus, der nicht nur im Archäologischen Museum Hamburg, sondern überregional benutzbar sein sollte. Bei einem Round Table in Hamburg 2008 wurde deshalb die AG Archäologiethesaurus mit Fachkollegen aus ganz Deutschland gegründet.

Bald jedoch zeichnete sich ab, dass das angestrebte Ziel, ein vollständiges archäologisches Objektvokabular digital vorzulegen, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde. So entstand die Idee, einzelne Objektgruppen zunächst ganz klassisch analog zu publizieren. Die Reihe „Bestimmungsbuch Archäologie“ entstand und fand sofort großen Anklang. Inzwischen gibt es einen Band zu Fibeln (Bd. 1), zu Äxten und Beilen (Bd. 2), Nadeln (Bd. 3), kosmetischem und medizinischem Gerät (Bd. 4), Gürteln (Bd. 5) sowie Dolchen und Schwertern (Bd. 6). Auch diese Bücher können im Museumsshop sowie im Webshop des Archäologischen Museums Hamburg erworben werden.

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Pressemitteilung

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