Hausbruch

8 Jahre illegale Altkleider-Container und kein Ende in Sicht

Hausbruch. Wenn die Stadt ein Problem erkannt hat, wird auch an einer Lösung gearbeitet. Was in Hamburg tatsächlich an vielen Stellen funktioniert, gilt offenbar nicht für Altkleidersammlungen. Hier werden nicht zugelassene Sammlungen seit mindestens acht Jahren geduldet, obwohl sowohl der Bezirk Harburg als auch die Umweltbehörde in Kenntnis des Problems sind und Prüfungen ankündigten. Aktuelles aus Süderelbe (süderelbe24) berichtete mehrfach über die enormen Gewinne, die solche Sammlungen einbringen. Windige, organisierte Altkleiderhändler leerten die Container zumeist in der Nacht und sehr früh morgens, um sich der Öffentlichkeit weitestmöglich zu entziehen. Die Container haben anders als vorgeschrieben keine Anbieterkennzeichnung, sind schlicht illegal aufgestellt.

Das Problem hat 2012 bereits den ehemaligen Bezirksamtsleiter Thomas Völsch beschäftigt, der seinerzeit ein Problem darin sah, dass die Container oft so geschickt abgestellt waren, dass sie auf privatem Grund standen. Auch die Abgeordnete aus der Hamburgischen Bürgerschaft, Brigitta Schulz, hatte sich für die Entfernung der Container eingesetzt, war aber am Ende auch erfolglos. Was 2012 begann, findet kein Ende, noch immer stehen zahlreiche dieser Altkleidercontainer im Bezirk Harburg. Dabei hat selbst Björn Marzahn, der Sprecher der Umweltbehörde, klare Wort gefunden: „Gewerbliche und gemeinnützige Sammler dürfen Ihre Sammelcontainer nicht auf öffentlichen Flächen aufstellen. Sammelcontainer, die auf öffentlichen Flächen aufgestellt werden, werden durch die Bezirksämter kostenpflichtig entfernt. Das Aufstellen ist nur auf Privatgrundstücken mit Zustimmung des jeweiligen Grundstückseigentümers zulässig. Grundsätzlich müssen alle Container mit Namen und Anschrift des Unternehmens gekennzeichnet werden. Wie dargestellt, fehlt hier in diesem Fall eine Kennzeichnung.“

Jahrelang ist viel Geld in diese illegalen Sammlungen geflossen. Geld, was bei sozialen Trägern besser angelegt gewesen wäre. Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie ist aber auch der Wirtschaftskreislauf für Altkleider zusammengebrochen. Es gibt deutlich weniger Vergütung für alte Kleider. Seitdem werden die Altkleidercontainer der illegalen Sammler kaum noch geleert. Um viele Container sammeln sich haufenweise Säcke und lose Altkleider. Dabei hatte die Umweltbehörde uns bereits im Mai 2020 mitgeteilt: „Wir werden jetzt ermitteln, wem der Container gehört und das Unternehmen auf die fehlende Kennzeichnung hinweisen. Wenn dies nicht möglich ist, werden wir den Grundeigentümer auffordern, den Container zu entfernen.“ Passiert ist bisher nichts. Anders als in der Nachbargemeinde Neu Wulmstorf. Dort hatte man die Container 2012 kurzerhand beschlagnahmt und entfernt.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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