Politik

„Neue Schienenverkehrsprojekte im Hamburger Zentrum nützen auch Harburg“

Hamburg. In Hamburg sind in den Bereichen S-Bahn, Regionalbahn und Fernbahn in den nächsten Jahren drei große Projekte geplant. Diese sind der Neubau des Fernbahnhofes Diebsteich, der Bau der neuen S-Bahn-Linie S4 von Hamburg-Altona nach Bad Oldesloe und der Ferlemantunnel, der eine alternative Streckenführung für die Bahntrasse Altona – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof bieten soll. Alleine für den Betrieb der S4 werden insgesamt 35 S-Bahn-Fahrzeuge beschafft werden. Der Ferlemantunnel ist kein Hamburger Projekt, sondern eines der Deutschen Bahn. Mit diesem Tunnel soll der Deutschlandtakt, ein abgestimmter Fahrplan für ganz Deutschland, im Norden realisiert werden. Es sollen verlässlichen Verbindungen im Nah- und Fernverkehr sowie im Güterverkehr entstehen, die Deutschlands größte Städte mindestens alle 30 Minuten durch regelmäßige Personenfernverkehrszüge verbinden. Die Verbindungsbahn zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Hamburg-Altona über Dammtor ist zusammen mit dem Hamburger Hauptbahnhof als Engpässe im bundesweiten Schienennetz ausgemacht worden. Hier soll der Ferlemantunnel Abhilfe schaffen. Auch der neue Fernbahnhof Diebsteich soll den Hauptbahnhof entlasten.

Der Harburger Bürgerschaftsabgeordnete und Verkehrspolitiker Matthias Czech (SPD) erläuterte die Maßnahmen und deren Auswirkungen. „Für die Umsetzung der S4 nach Bad Oldesloe hat der Senat kurzfristig 6 Fahrzeuge mehr bestellt, als bei den Ursprungsplanungen angedacht worden war. Diese zusätzlichen Züge sollen zwar hauptsächlich auf der Linie S4 eingesetzt werden und dort ein wachsendes Fahrgastaufkommen kompensieren, kommen aber auch dem gesamten S-Bahnnetz zugute, da sie die in Nebenzeiten Zugausfälle ausgleichen können und das S-Bahnnetz so stabilisieren. Der Fernbahnhof Diebsteich und der Ferlemanntunnel werden den Hauptbahnhof entlasten und dort mehr Kapazitäten ermöglichen. Im Moment kommt es am Bahnhof Harburg häufiger vor, dass Regionalzüge aus dem südlichen Umland dort enden, obwohl sie eigentlich bis zum Hauptbahnhof fahren sollte. Dieser ist dann aber überlastet. Die Pendler müssen dann in Harburg in die S-Bahn umsteigen, die meist ebenfalls sehr voll ist. Hier werden die beiden obigen Projekte Entlastung schaffen. Der Ferlemanntunnel ist allerdings ein Projekt der Deutschen Bahn und als Entlastungstunnel zugunsten des Deutschlandtakts erst einmal nicht auf die Bedürfnisse der S-Bahn ausgerichtet. Damit die S32-Planung oder auch andere S-Bahn-Trassen durch diesen Entlastungstunnel nicht ins Hintertreffen geraten, haben wir die Deutsche Bahn jetzt in einem Antrag aufgefordert, bei den Planungen eng mit Hamburg zusammenzuarbeiten.“

Dieser Antrag der beiden Regierungsfraktionen von der SPD und den GRÜNEN wurde in der Bürgerschaftssitzung Anfang März beschlossen. Er fordert, dass eine Machbarkeitsstudie für einen Entlastungstunnel in Auftrag gegeben wird und hierbei verschiedene Aspekte genauer geprüft werden sollen. Generell soll die Frage geklärt werden, ob der Tunnel als S-Bahn-Tunnel oder als Fern- und Regionalbahntunnel errichtet werden soll. Insbesondere sollen die Auswirkungen des Tunnels auf die Fern- und Regionalbahnverkehre von und nach Harburg und Bergedorf und die Auswirkungen für diese S-Bahn-Verkehre betrachtet werden. Hier sollen auch unterschiedliche Streckenvarianten des Tunnels untersucht werden. Auch die Lage neuer Haltestellen und die zukünftige Nutzung der bestehen Haltestellen im Innenstadtbereich und in Altona sollen in Abhängigkeit der jeweiligen Trassenvariante untersucht werden.
Matthias Czech sagte abschließend: „Diese neuen Bahnprojekte bieten auch Chancen für Hamburgs Süden. Ich werde den Planungsprozess in der Bürgerschaft weiter kritisch begleiten. Mit unserem Antrag haben wir die Grundlage gelegt, dass die neuen Planungen der Deutschen Bahn sowohl für den Deutschlandtakt als auch für Hamburg zu einer Win – Win – Situaton werden können.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

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