KulturKunststätte Bossard

„Jeder Knick wird irgendwann brechen“

Papier-Restauratorinnen am Schaumagazin der Kunststätte Bossard

Jesteburg. Das Schaumagazin der Kunststätte Bossard am Sandbarg in Jesteburg beherbergt einen Archivbestand von rund 5.000 Kunstwerken aus dem Nachlass des Ehepaars Johann und Jutta Bossard. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Hans-Jürgen-Weseloh-Stiftung konnten jetzt 20 Zeichnungen von Jutta Bossard, die Selbstporträts oder Porträts von Familienangehörigen zeigen, konserviert werden. Für die Arbeiten waren die Papier-Restauratorinnen Gerlinde Römer und Kyoko Chimono für mehrere Tage am Sandbarg.

Die von der Restauratorin der Kunststätte Bossard, Stefanie Nagel, ausgewählten Arbeiten wurden gereinigt, das Papier geglättet und Risse geschlossen. „Die Reinigung der Papierbögen ist ein wichtiger Arbeitsschritt“, betont Stefanie Nagel und erklärt weiter: „Der Schmutz reibt auf den Blättern und könnte zu Schäden führen. Schmutz bindet außerdem Feuchtigkeit an das Objekt. Und jeder Knick und jede Falte wird irgendwann brechen.“
Jutta Bossard hat für ihre Entwürfe und Skizzen Papier in diversen Qualitäten und Formaten gewählt. In den Jahrzehnten nach 1950 (Bossards Tod) war die Lagerung der Zeichnungen aus konservatorischer Sicht nicht immer klimatisch optimal. So kam es im Laufe der Zeit zu zahlreichen Schäden. Die Arbeiten behalten auch nach der Konservierung mit Befestigungslöchern und ungleichen Formaten ihren Werkstattcharakter und zeigen den Arbeitsprozess der Künstlerin.

Die Restaurierung der Zeichnungen ist ein weiterer Schritt zum Erhalt des Museumsbestands an der Kunststätte Bossard. „Wir beginnen mit Werken, die wir für das Gesamtkunstwerk für wichtig halten und die wir ausstellungsfähig vorhalten wollen.“ Die ausgewählten Papierarbeiten sind für die Kunststätte Bossard von Bedeutung, da es nur wenige historische Porträts gibt und kaum Zeichnungen aus der Hand von Jutta Bossard, die sich ihr zweifelsfrei zuschreiben lassen.

An jedem letzten Mittwoch im Monat findet von 18 bis 19 Uhr eine öffentliche Führung durch das Schaumagazin statt. Neben einer Kurzführung durch das Magazin wird immer auch ein „Kunstwerk des Monats“ vorgestellt. Anmeldungen sind aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl und der Corona-Auflagen unter 04183/5112 notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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