Politik

Städtebauliches Gesamtkonzept für die Bereiche Binnenhafen und Innenstadt angestrebt

Harburg. Der Hamburger Senat will zusammen mit dem Bezirk Harburg ein städtebauliches Gesamtkonzept für die Bereiche Harburger-Binnenhafen und Harburger-Innenstadt erarbeiten. Diese Bereiche sollen durch neue Wegeverbindungen und ein übergreifendes Entwicklungskonzept enger miteinander verknüpft werden. Die für das Harburger Zentrum besonders nachteilige, trennende Wirkung der Buxtehuder Straße und den Bahngleisen soll überwunden werden und ein Zusammenwachsen der Bereiche Innenstadt und Binnenhafen ermöglicht werden.

Dies soll mit einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme nach Baugesetzbuch unterstützt werden. Die Fläche, die diese städtebauliche Entwicklungsmaßnahme umfasst ist zwar deutlich kleiner als das übergreifendes Entwicklungskonzept, das Baugesetzbuch eröffnet für diesen Bereich aber zusätzliche Instrumente und Kompetenzen, die die Planungsmöglichkeiten verbessern. Hierzu hatte der Senat im letzten Frühjahr schon die nötigen Voruntersuchungen beschlossen, die inzwischen auch schon angelaufen sind. Nun hat der Senat am Dienstag dieser Woche bekanntgegeben, dass das Untersuchungsgebiet um das Neuländer Quarree und das Gelände der ehemaligen New-York-Hamburger Gummi-Waaren Compagnie einschließlich nördlich angrenzender Flächen erweitert wird, da sich hier in den letzten Monaten Komplikationen ergeben hatten.

Die beiden Harburger Bürgerschaftsabgeordneten Matthias Czech und Sören Schumacher (beide SPD) begrüßen die Ausweitung des Untersuchungsgebiets. Sören Schumacher erläutert diesen Vorgang: „Mit städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen nach Baugesetzbuch können Quartiere oder kleinere Regionen im Rahmen einer städtebaulichen Neuordnung zu einer neuen Funktionalität umgestaltet werden. Hierdurch erhält der Staat auch besondere Eingriffsmöglichkeiten in das Eigentum der Anlieger. So kann er sich ein Vorkaufsrecht bei Veräußerungen von Grundstücken sichern oder im Extremfall sogar Eigentümer enteignen, wenn diese sich weigern, ihre Grundstücke entsprechend des Entwicklungskonzeptes umzugestalten. So ist es einfacher möglich, zum Beispiel Industrieflächen zu Wohnquartieren oder Flächen Büro und Einzelhandel umzugestalten. Flankiert wird dieser Prozess immer durch die entsprechenden Änderungen in den Bebauungsplänen.“

Im Bezirk Harburg wird derzeit eine Rahmenplanung „Rahmenplan Innenstadt Harburg 2040“ erarbeitet sowie das Rahmenkonzept Harburger Binnenhafen“ weiterentwickelt. Beide Planungen überschneiden sich in Teilbereichen mit dem Geltungsbereich der vorbereitenden Untersuchung und fließen in diese mit ein. Durch die Einbeziehung der zusätzlichen Flächen, Neuländer Quarree und das Gelände der ehemaligen New-York-Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, in die vorbereitenden Untersuchungen sollen die bereits laufenden Verhandlungen und insbesondere die Bebauungsplanverfahren unterstützt werden. Auch das aktuelle Wettbewerbsverfahren in diesen Bereich wird gestützt.

Matthias Czech sagte abschließend: „Dies alles sind sehr langfristige Planungen für diese Gebiete in Harburg. Wir suchen hier eine Vision, wie diese Quartiere in 10 bis 20 Jahren aussehen sollen. Die aktuelle Nutzung der Flächen im Untersuchungsgebiet leitet sich historisch aus der Hafen- und Industriefunktion des Gebiets her und ist nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen diese deutlich städtebaulich aufwerten und den Binnenhafen besser mit der Harburger Innenstadt verknüpfen. Dieser Wandel soll natürlich möglichst in Kooperation mit den Eigentümern passieren. Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme nach Baugesetzbuch gibt uns hier die Möglichkeit, Eigentümer und Investoren zu Investitionen in die gewünschte Richtung zu motivieren. Ich finde es wichtig, dass Politik auch immer eine Vision von der Zukunft hat.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

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Ein Kommentar

  1. Ah, der nächste Anlauf. Hatten wir nicht schon vor Jahren die Diskussion um die geplante Brücke über Schienen und B73, die dann aus Kostengründen im Sande verlief?

    Was mir so gar nicht klar ist, ist die Rolle des NYH- Geländes bei der Sache. Und welche „Komplikaitonen“ gab es mit dem ehemaligen Betriebsgelände? Bekannt ist, dass Gebäude und Erdreich dermaßen mit Nitrosaminen belastet sind, dass eine Sanierung aussichtslos ist. Meine Vorfahren waren Gummifachwerker- nun ist auch klar, warum die alle keine 70 geworden sind…

    Aber davon abgesehen: was soll die NYH und das Gelände nördlich davon zur Anbindung des Binnenhafens an die Harburger Innenstadt beitragen? Die NYH liegt an der Ecke Nartenstraße/ Hannoversche Straße, das ist 800 Meter Luftlinie vom Schloßmühlendamm entfernt. Wenn‘s kein Hyperloop werden soll, wüsste ich nicht, wie das mit den örtlichen Gegebenheiten in Deckung gebracht werden kann.

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