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Historische Ausflugsziele in Harburg und Umgebung neu entdecken

Harburg. Das Stadtmuseum Harburg lädt zu einem „Sonntagsausflug“ nach historischem Vorbild in die Harburger Berge ein: Pünktlich zu Pfingsten können 12 neue Anziehungspunkte der Region Harburg unter freiem Himmel mit der Web-App des Stadtmuseums Harburg „Kultur-Routen Harburg“ (www.kulturrouten-harburg.de) neu entdeckt werden. Die Web-App stellt die historischen Ausflugsziele im Gegenüber von historischen Fotos und Postkarten und dem aktuellen Erscheinungsbild vor.

Die digitale Plattform „Kultur-Routen Harburg“ bietet schon seit zwei Jahren einem multimedialen Rundgang, der von den Anfängen der einst selbständigen Stadt bis in die Gegenwart des südlichsten Hamburger Bezirkes führt. Ganz aktuell und pünktlich zur Ausflugssaison hat das Museum die Web-App nun ergänzt: 12 neue historische Anziehungspunkte der Region Harburg können ab Pfingsten unter freiem Himmel oder bequem von zu Hause aus entdeckt werden. Die historischen Anziehungspunkte werden im Gegenüber von historischen Fotos und Postkarten und dem aktuellen Erscheinungsbild vorgestellt. Die kostenlose Web-App ist auf allen mobilen Geräten sowie am PC nutzbar. Alle Ausflugsziele sind attraktiv bebildert, so dass sich eine Reise an die geschichtsträchtigen Orte auch von der heimischen Couch aus lohnt.

Die Web-App ist ein Angebot, das gerade in der Pandemie voll im Trend liegt: Viele Hamburger haben in den vergangen Wochen und Monaten Ausflugsziele zu schätzen gelernt, die direkt vor ihrer Haustür liegen. So erfreut sich auch der „Sonntagsausflug“ in die Harburger Berge aktuell wieder großer Beliebtheit. Eine Freizeitaktivität, die es schon in der Zeit um 1900 gab. Bereits vor 150 Jahren entwickelte sich die hügelige Waldlandschaft zwischen Heimfeld und Neugraben zur beliebten Ausflugsregion. Damals hatte sich in der „Harburger Schweiz“ ein dichtes Netz von Restaurants und Gaststätten herausgebildet, in denen die Wanderer und Ausflügler Hunger und Durst stillen konnten. Die vorhandenen Fotos und Postkarten im Archiv des Museums zeugen davon.

Das Team des Stadtmuseums Harburg hat sich in den letzten Wochen auf die Suche nach diesen historischen Ausflugszielen mit so vielversprechenden Namen wie „Kaiserstuhl“ oder „Goldene Wiege“ gemacht – sowohl im Archiv als auch vor Ort. „Majestätische Aussicht“, „Brunnenthal“ und „Burg Störtebeker“ – die Namen dieser Hotels und Restaurants in den Harburger Bergen versprachen dem Besucher damals ein ganz besonderes Erlebnis. Von Aussichtstürmen aus konnten sie ihren Blick über „das liebliche Elbtal, Hamburg, Altona, Blankenese, Buxtehude“ bis in die holsteinischen Berge schweifen lassen. Das Vergnügen kostete nur 10 Pfennige.

Die zahlreichen historischen Fotos und Postkarten von den beliebten Ausflugszielen im Archiv des Stadtmuseums aus dieser Zeit illustrieren einen für die damalige Zeit durchaus neuen Freizeittrend: den Sonntagsausflug. Er wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts populär und war eine Reaktion auf die im Zeichen der Industrialisierung zunehmende Verstädterung. Die Sechstage-Woche mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 70 Stunden ließ bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum Zeit für Aktivitäten jenseits von Arbeit und Haushalt. Ein Absinken der Wochenarbeitszeit auf 50 Stunden und gestiegene Einkommen machten es Familien im frühen 20. Jahrhundert dann erstmals möglich, ihre „Freizeit“ zu nutzen und zu gestalten. Jetzt konnte der „Sonntagsausflug“ in die Harburger Berge stattfinden. In Sonntagskleidern zog die Familie hinaus in die unmittelbare Umgebung der Stadt; nach dem Spaziergang suchte man eine Gaststätte auf – die Dorfgasthöfe entwickelten sich jetzt mehr und mehr zu Ausflugslokalen mit einem breiten Angebot an touristischen Attraktionen wie Sommerrodelbahnen, Schießständen oder Aussichtstürmen. Mit dem digitalen Angebot der „Kulturrouten-Harburg“ können die historischen Ausflugsziele nun wieder neu entdeckt werden – nicht nur sonntags. Die „Kultur-Routen Harburg“ sind ein Gemeinschaftsprojekt des Stadtmuseums Harburg und des Bezirksamts Harburg.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

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