Politik

Was ist los im Harburger Rathaus?

Harburg. Eine Verwaltung, die ohne Not ein bewährtes Kulturangebot torpediert anstatt mit der Bezirksversammlung und den Betreibern des Rieckhof-Kulturzentrum eine Lösung zu suchen. Ein Gesundheitsamt, dessen Führung unter fragwürdigen Umständen versetzt wurde und welches nach einer aktuellen Anfrage der CDU-Fraktion offenbar überfordert ist und Hilfe aus anderen Bezirken angefordert haben soll. Eine Bezirksamtsleiterin, die sich so überhaupt nicht zu diesen Dingen äußert. Was stimmt nicht im Harburger Rathaus?

Zwischenzeitlich liegen offenbar Informationen vor, wonach die seit geraumer Zeit im Amt tätige Abteilungsleiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes zum 30.06.2021 gekündigt hat. Sie hat mit einem Informationsrundschreiben an zahlreiche Mitarbeiter des Bezirksamtes sowie die Bezirksamtsleiterin, die Dezernentin und die aktuelle Leiterin des Gesundheitsamtes sowie dem Personalrat ihre Gründe dargelegt und dabei erhebliche Kritik an den Arbeitsmöglichkeiten und dem Arbeitsklima geäußert. Dabei ist von einem Klima von Misstrauen, Kontrolle, Unehrlichkeit und Intransparenz die Rede.

Nachdem die CDU-Fraktion kürzlich auf eine schriftliche kleine Anfrage an die Bezirksamtsleiterin, Sophie Fredenhagen, weitestgehend ausweichende Antworten bekommen hatte, legt die Fraktion nach: “Auch die weiteren Fragen sind nur unzureichend und zum großen Teil ausweichend beantwortet worden. Insgesamt erwarten wir daher eine vollständige Überarbeitung der vorgenannten Anfrage mit korrektem Inhalt.” Die Ebene der Verwaltung und der Bezirksversammlung waren nie weiter auseinander als jetzt, sagen Mitglieder der Bezirksversammlung unter vorgehaltener Hand der Redaktion von Suederelbe24.de.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ein Kommentar

  1. Meine These: Was den Rieckhof angeht, ging es der Verwaltung nie um die Konzepte, sondern um die Personalie Jörn Hansen. Dieser fühlt sich als „Herrscher des Rieckhofs“, ist in den Tiefen seiner Seele absolut kein Diplomat und kann richtig unangenehm werden, wenn ihm irgendwas nicht passt. Das kollidiert natürlich frontal mit einer Bezirksverwaltung, die bedingungslose Willfährigkeit bietet und erwartet.

    Die Frage was im Harburger Rathaus los ist, lässt sich beantworten: Die alte Tante SPD regiert. Sie leidet unter ihren eigenen Strukturen, die zu Zeiten ihrer Gründung notwendig gewesen sein mögen, aber nicht mehr in die Zeit passen. Steile Hierarchien und das soldatische Prinzip von Befehl und Gehorsam sollten schon unter Andrea Nahles reformiert werden. Was immer da passiert ist, in Hamburg scheint nichts davon angekommen zu sein. Nach vorne schlumpfig grinsen und nach hinten gibt‘s auf die Fresse, das ist die beste Grundlage für das zitierte Klima von Misstrauen, Kontrolle, Unehrlichkeit und Intransparenz.

    Ich bin wahrlich nicht in Gefahr, zum CDU- Wähler zu werden, aber selbst die CDU hat verstanden, was die SPD bis heute nicht begriffen hat:
    Man muss auch gönnen können.

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