Hamburg

Robin Wood fordert sofortige Wärmewende in Hamburg

Hamburg. Für eine konsequente Wärmewende waren Klimaschützer*innen von ROBIN WOOD am Sonnabend in der Hamburger Hafencity aktiv. Sie haben am Mittag ein zwanzig Meter langes Banner mit der Aufschrift „There is no Planet B“ an einer Kaimauer an der Kehrwiederspitze entrollt und zugleich mit einem Holzfloß auf der Elbe für eine echte Energiewende demonstriert. Von dem Hamburger Senat fordern sie, endlich ernst zu machen mit dem Klimaschutz und die Wärmeversorgung sozial gerecht und vollständig erneuerbar zu gestalten. Der aktuelle UN-Klimabericht ist eine Aufforderung zum sofortigen Handeln: Um irreversible Schäden an Natur und Klima einzudämmen, müssen die Treibhausgase sofort und drastisch reduziert werden. Schon in den nächsten 20 Jahren wird die globale Erwärmung sonst das 1,5 Grad-Limit erreichen oder sogar überschreiten.  Extremwetterereignisse wie Dürren, Hitzewellen, Starkregen und Hochwasser werden weiter zunehmen, Infrastruktur und das Wohnumfeld von Menschen in unvorstellbarem Ausmaß zerstören und viele das Leben kosten.

Ein wichtiger Hebel, der jetzt umgelegt werden muss, betrifft die Wärmeversorgung. Hier sind über Jahrzehnte kaum Fortschritte erzielt worden. In Deutschland werden gerade einmal 15 Prozent der Raumwärme und des Warmwassers über erneuerbare Energien gewonnen. Auch Hamburg setzt bei der Wärmeproduktion noch immer voll auf fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl. Im Rahmen des Projekts „Energiepark Hafen“ will die Stadt sogar noch ein neues Gaskraftwerk bauen. Dabei ist die Nutzung von Gas, je nach Ort und Methode seines Abbaus, ähnlich klimaschädlich wie die von Kohle. Durch die Verwendung von Erdgas im Wärmesektor entstehen in Deutschland jährlich bis zu 107 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. „Der Bericht des Weltklimarats mahnt zur drastischen Reduktion von Treibhausgasen. Das muss hier und jetzt umgesetzt werden. Hamburg braucht zügig einen Wärmesektor, der ohne fossile Energien auskommt!“, sagt Ronja Heise, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Statt entschlossen klimafreundliche Wärme zu fördern, haben die Umweltbehörde (BUKEA) und „Wärme Hamburg“ zudem erwogen, das Heizkraftwerk Tiefstack auf die Verbrennung von Holz aus Namibia umzurüsten. Diese klimaschädlichen Pläne hat die Stadt – wegen Protesten von ROBIN WOOD gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen und Umweltorganisationen – zwar inzwischen auf Eis gelegt, eine klare Absage an die Holzverbrennung in Kraftwerken steht aber aus. Dabei hat aktuell auch das Umweltbundesamt eine Stellungnahme abgegeben, die die grundlegende Kritik der Umweltorganisationen an dem Projekt bestätigt. ROBIN WOOD fordert, Energieeinsparung und -effizenz entschlossener zu fördern und zur Wärmegewinnung auf Technologien wie Solarthermie, Wärmepumpen und Geothermie zu setzen. Dass die Wärmeproduktion bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent erneuerbar sein kann, bestätigt eine Studie des Forums für Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft.

Um für die Energiewende zu streiten, ist ROBIN WOOD zurzeit mit einem Holzfloß unterwegs. Die Tour startete am 23. Juli in Berlin und führte rund 400 Kilometer über Spree, Havel und Elbe bis nach Hamburg. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an Bord der ROBINA WALD darüber zu informieren, was wir gemeinsam für eine klimafreundliche und sozial gerechte Energieversorgung tun können. Das Floß liegt noch bis Sonntagabend am Fähranleger Sandtorhöft und kann bis 19 Uhr besucht werden.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

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