Verkehr

Bahngewerkschaft: GDL ruft erneut zum Warnstreik auf

Hamburg. Wie die Gewerkschaft der Lokführer heute im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilte, wird der Bahnstreik bereits am Sonnabend fortgesetzt. Zunächst wird jedoch nur der Güterverkehr bestreikt. Am Montag folgt dann der Personenverkehr. Der Streik soll bis Mittwoch andauern. Großteile des Fernverkehrs, aber auch der Personennahverkehr in Hamburg werden betroffen sein.

„Die Deutsche Bahn (DB) hat sich keinen Schritt bewegt. Weder der eindrucksvolle Arbeitskampf in der vergangenen Woche noch die von breiter Solidarität getragene Protestkundgebung unseres Dachverbandes dbb vor dem Bahntower haben bisher zu einem Sinneswandel des Arbeitgebers geführt. Statt mit einem verhandlungsfähigen Angebot den Weg für Verhandlungen freizumachen, ziehen die Manager weiterhin massiv gegen die GDL und ihre Mitglieder ins Feld“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky bei der heutigen Pressekonferenz der GDL in Berlin. 

!Dabei sind die Forderungen der GDL einfach, nachvollziehbar und berechtigt: Erhöhung der Einkommen um 3,2 Prozent nach dem Vorbild des öffentlichen Dienstes, Schutz der Betriebsrente, eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro, die Verbesserung von Arbeitszeit sowie Tarifverträge für die gesamte Infrastruktur, für Netz, Station und Service und die Werkstätten.“

 

Schmutzkampagnen gegen die GDL

Scharf kritisierte Weselsky die Intervention des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Dieser hatte behauptet, die Streiks der GDL erhöhten die Gefahr, sich mit COVID 19 zu infizieren. „Das ist nur der neueste Tiefpunkt in einer langen Reihe gezielter Schmutzkampagnen gegen die GDL,“ so Weselsky. Peinlich nur, dass eine gemeinsame wissenschaftliche Studie von DB und der Charité Research Organisation keinerlei erhöhtes Erkrankungsrisiko für Fahrgäste und Zugpersonal an COVID19 ergab. Damit sind die parteiischen Aussagen Lauterbachs klar widerlegt. Weselsky: „Statt, dass fachfremde Politiker sich mit halbgaren Mutmaßungen in die Debatte einmischen, sollte der Eigentümer Bund endlich handeln und die DB zur Einsicht bewegen. Nur so kann weiterer Schaden vom System Eisenbahn abgewendet werden.“

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

Pressemitteilungen sind oft Texte von Unternehmen, Institutionen und Parteien. Es handelt sich dabei nicht um eine neutrale Berichterstattung im üblichen journalistischem Sinne. Oft werden Pressemitteilungen aus der Sicht des Verfassers formuliert. Die Redaktion von Aktuelles aus Süderelbe prüft diese eingesandten Manuskripte lediglich auf nicht belegbare Behauptungen und rechtliche Aspekte nach bestem Gewissen.

Ein Kommentar

  1. Mein gegenwärtiger Azubi fährt z.Zt. jeden Morgen mit der S-Bahn von Wandsbek zu mir nach Harburg. Während der Streiktage hat er geflucht wie ein Rohrspatz, dass die Bahnen so voll waren, dass sich die Leute gegenseitig anschnaufen mussten und Abstand absolut unmöglich war.
    Wenn überall sonst die Abstandsregeln gelten, weil dichter Kontakt die Infektionsgefahr erhöht, wie kann dann Herr Weselsky behaupten, dass das in vollgestopften Bahnen nicht passiert? Sein „Beweis“ ist an den Haaren herbeigezogen und widerspricht jeder Logik.
    Sicher sind die Forderungen der GdL berechtigt, aber das berechtigt nicht die Gefährdung von Menschen, die auf die Bahn angewiesen sind.

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