Kulturhaus Süderelbe

Eine Seefahrt, die ist … frustig

Neugraben-Fischbek. An Deck zwischen Wind und Wellen, die Abende mit Rum und Liedern, die vom Heimweh handeln, und in den Hafenstädten tobt das Leben: So romantisch stellen wir uns die Seefahrt immer noch gerne vor. Aber das Einzige, was an diesem Klischee noch stimmt, ist das Heimweh. Matthias Ristau, Pastor der Hamburger Seemannsmission, kümmert sich seit langem um die schwer arbeitenden Seeleute auf den Container-Frachtern, die uns etwa 90 Prozent unserer Konsumgüter bringen und dafür viele Monate in den schwimmenden Lagerhallen verbringen. Auf Einladung der Initiative „Neugraben fairändern“ erzählt er mit Herz und Sachkunde vom harten Leben auf See – und rückt dabei ein paar Dinge zurecht. So sind die Liegezeiten der Schiffe im Hafen inzwischen so kurz, dass es kaum möglich ist, das Schiff zu verlassen und den Weg vom abgelegenen Containerterminal in die Stadt zu suchen. Die Arbeitszeiten sind extrem, die Möglichkeiten zum Ausruhen praktisch nicht vorhanden und die Gesundheitsversorgung unzureichend. Und die Corona-Pandemie hat die Situation der Seeleute nochmals dramatisch verschlechtert. Oliver Domzalski von „Neugraben fairändern“: „Hoffnung macht mir nur das Engagement von Menschen wie Matthias Ristau, die versuchen, das Los der Seeleute ein wenig zu erleichtern – und die sich politisch für Verbesserungen einsetzen.“ Ein Abend mit Vortrag, Bildern, Kurzvideos und Diskussion. Am 23. September um 19:30 Uhr im JOLA-Veranstaltungszentrum (Am Johannisland 2, 21149 Hamburg), direkt am S-Bahnhof Neugraben. Der Eintritt ist frei. Bitte Impf- oder Testnachweis mitbringen. In Ausnahmefällen können wir vor Ort testen.

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