Harburg

„Ungetestete nicht erwünscht“ – Unbekannte markieren Geschäfte mit Nazi-Methoden

Harburg. Andreas Michel vom Asia-Sbay-Massage Team in der Eißendorfer Straße traute seinen Augen kaum. Neben dem QR-Code für die Luca-App entdeckte er am Schaufenster einen Aufkleber mit den Worten: „Halt! Ungetestete sind hier nicht erwünscht! Stop!“ und der Darstellung eines Davidsterns. Die Nationalsozialisten hatten diesen im zweiten Weltkrieg als verpflichtende Kennzeichnung von Menschen jüdischen Glaubens verwendet. Die auf diese Art gekennzeichneten Menschen hatten jederzeit mit willkürlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten zu rechnen, die Freiheit und Leben gefährdeten.

„Wir müssen doch unser wirtschaftliches Überleben sichern, wenn wir uns nicht an die behördlichen Anweisungen halten, werden wir den Laden schließen müssen“, wirbt Andreas Michel um Verständnis für die 3G-Vorgaben. Die Empörung ist ihm anzumerken, das Team des Massagesalons fühlt sich angegriffen. Dieser Aufkleber ist offenbar kein Einzelstück, uns erreichte am Freitagmorgen eine Nachricht eines weiteren Geschäftsinhabers im Bezirk Harburg, der sich mit einem ebensolchen konfrontiert sah.

Die damit einhergehende Relativierung nationalsozialistischer Taten ist unerträglich, die Stigmatisierung mit solchen Kennzeichnungen ein Fall für den Staatsschutz. Suederelbe24.de hat am Vormittag erfolglos versucht, die Pressestelle der Polizei Hamburg dazu zu befragen. Wir werden unseren Artikel deshalb bei Vorliegen weiterer Hinweise ggfls. ergänzen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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