Freizeit

Ein Tag für die Kartoffel: Erntezeit im Freilichtmuseum am Kiekeberg

Sonntag, 24. Oktober, 10–18 Uhr, 9 Euro für Erwachsene, Besucher unter 18 Jahren frei

Rosengarten-Ehestorf. Erntezeit – Kartoffelzeit! Am Sonntag, dem 24. Oktober, steht die bekannte Feldfrucht beim Kartoffeltag im Freilichtmuseum am Kiekeberg im Mittelpunkt. Von 10 bis 18 Uhr zeigen Bauern der Region eine große Sortenvielfalt der beliebten Knollen und Besucher erfahren, wie die Kartoffel angebaut und geerntet wird. Dazu gehören ein Kinderprogramm und viele Probiermöglichkeiten. Der Eintritt beträgt 9 Euro, Besucher unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Der Kartoffeltag am Kiekeberg zeigt die große Sortenvielfalt aus modernen Züchtungen und ausgefallenen, historischen Sorten wie Belana, Laura oder Gundula, Blauer Schwede oder Mandelkartoffeln – Landwirte aus der Region erklären ihre Vor- und Nachteile in der Landwirtschaft. Die wichtige Feldfrucht wird heute mit Spezialmaschinen angebaut: Am Kiekeberg zeigen Familie Renk und Partner aus Sottorf aktuelle Pflanzmaschinen, Familie Tobaben aus Apensen bringt moderne Erntemaschinen mit. Sie erklären ihre Maschinen und tauschen sich mit Besuchern aus.

Die Bauern beraten Interessierte und verkaufen ihre unterschiedlichen Sorten. Auch der Museumsbauernhof Wennerstorf bietet seine Bioland-Kartoffeln und weitere Produkte an, die zurzeit frisch geerntet und in Glas eingeweckt werden. An Probierständen überzeugen die einzelnen Kartoffelsorten von ihren unterschiedlichen Eigenschaften: mild oder nussig, bissfest oder schmelzend, blau, dunkelgelb oder fast weiß… die unterschiedlichen Sorten sind auch ein Hingucker. Kinder lernen in der Kartoffelolympiade mit Spielen und Experimenten mehr über die „tolle Knolle“.

Die Kartoffel hat in der Region eine lange Geschichte: 1720 wurde sie erstmals in der Winsener Marsch angebaut, damit waren die dortigen Bauern Vorreiter in Deutschland. Sie hatten die neue Hackfrucht lange vor den berühmten „Kartoffelbefehlen“ des König Friedrich II. von Preußen dauerhaft übernommen. Ab 1746 bemühte sich der König mit Anordnungen darum, die Untertanen an den Kartoffelanbau zu gewöhnen, um Hungersnöten entgegenzuwirken. Die Kartoffel setzte sich durch – bis heute ist sie, als Salzkartoffel, Pommes Frites oder Püree, ein beliebtes Nahrungsmittel.

Wie sich die Kartoffel in der Dorfbevölkerung durchsetzte, zeigen die Darsteller der „Gelebten Geschichte“. Besucher reisen mit ihnen in die Zeit um 1804, um 1904 und um 1945. Wie wurden Kartoffeln 1804 auf offenem Feuer gekocht und gebraten? Besucher erleben den beißenden Rauch im Reetdachhaus und sprechen mit den Bewohnern im alten Heidehof. Hier gab es Kartoffeln fast täglich zu essen, manchmal auch als Stampf- oder Bratkartoffeln. Jeder hatte einen Holzlöffel und aß damit aus der großen gemeinsamen Schüssel.

Nebenan im Fischerhaus sehen Besucher, wie die Fischersfrau um 1904 auf dem gusseisernen Herd Räucherfisch mit Pellkartoffeln kocht, früher eine einfache Beilage zum selten servierten Fisch. Denn der wurde meist komplett auf dem Markt verkauft. Sofort ist der technische Fortschritt erkennbar: Der eiserne Herd mit geschlossener Kochfläche spart Holz und der Rauch zieht durch den Schornstein ab.

Die Darsteller des Zeitabschnitts nach 1945 bereiten auf der „Kochhexe“ Kartoffelpuffer nach ostpreußischem Rezept vor der Nissenhütte zu. Zu der Zeit waren Kartoffeln selten und daher ein wahres Festessen.

Die Museumsbäckerei, hat frisches Kartoffelbrot nach Bioland-Kriterien im Angebot. Der Gasthof „Stoof Mudders Kroog“ bietet herzhafte norddeutsche Spezialitäten. Das Rösterei-Café „Koffietied“ im Agrarium lockt mit frischem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

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