Wilstorf

Kiosk-Räuber: 19-jähriger wegen versuchten Totschlag angeklagt

Wilstorf. Intensive Ermittlungen des für die Region Harburg zuständigen Raubdezernats (LKA 184) in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Hamburg führten am Montag zur Verhaftung eines 19-jährigen Deutschen. Dem Mann wird ein versuchter Totschlag vorgeworfen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen betrat der 19-Jährige Anfang Juli einen Kiosk in Wilstorf, in dem sich zu diesem Zeitpunkt ein 35-jähriger Verkäufer befand. Die beiden Männer gerieten nach kurzer Zeit in einen verbalen Streit. Der 35-Jährige machte in dessen Verlauf von seinem Hausrecht Gebrauch und wollte den jungen Mann aus dem Kiosk führen. Hierbei erhielt der Verkäufer unvermittelt eine Kopfnuss, woraufhin sich eine körperliche Auseinandersetzung entwickelte. Auch nachdem der 35-Jährige nach einem Faustschlag zu Boden gegangen war, soll der 19-Jährige weiter auf ihn eingewirkt haben. Neben einem Tritt gegen den Kopf versetzte der Tatverdächtige seinem Opfer auch Faustschläge. Nachdem er den mittlerweile wehrlosen Mann in ein benachbartes Treppenhaus gezerrt und dort weiterhin auf ihn eingewirkt haben soll, ließ er ihn schwer verletzt zurück und flüchtete.

Zeugen hatten zwischenzeitlich die Polizei und die Rettungskräfte verständigt. Der 35-Jährige musste unter notärztlicher Begleitung mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus transportiert und stationär aufgenommen werden. Im Rahmen der Fahndung trafen Polizeibeamte den 19-Jährigen noch in Tatortnähe an und nahmen ihn vorläufig fest. Nach ersten Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung durch den Kriminaldauerdienst (LKA 26) wurde der Tatverdächtige mangels Haftgründen wieder entlassen.

Inzwischen konnte durch die Auswertung der Beweismittel sowie die weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen der Ablauf und die Intensität der Tat genauer rekonstruiert werden. Die Staatsanwaltschaft wertete die Tat daraufhin als versuchten Totschlag und erwirkte beim Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den 19-Jährigen. Die Ermittler vollstreckten den Haftbefehl am Montagvormittag an dessen Wohnanschrift in Wilstorf und führten den dringend Tatverdächtigen der Untersuchungshaftanstalt Hamburg zu.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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