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„Der für den Kiebitz kämpft“ hat seinen eigenen Kampf verloren

Mit dem Tod von Harald Köpke verliert Hamburg einen seiner engagiertesten Naturschützer / sein Wunsch: Unser Einsatz für die Natur muss weitergehen

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Hamburg. Wer sich in auf der Elbinsel Wilhelmsburg oder im Bezirk Harburg ernsthaft mit dem Naturschutz beschäftigte, kam an Harald Köpke nicht vorbei. Wer plante, die Natur für Industrie- und Gewerbeflächen zu zerstören, stieß auf seinen erbitterten Widerstand. Erst vor kurzem war Harald Köpke in der bewegenden NDR-Reportage „Der für den Kiebitz kämpft“ im NDR zu sehen. Den Kampf gegen seine kurze, schwere Erkrankung hat er am Samstag, den 6. November, verloren.

Aufgrund seines unermüdlichen Engagements, aber auch seiner Kompetenz im Naturschutz war Harald Köpke in Hamburgs Behörden gleichermaßen geschätzt und gefürchtet. Wegen seiner authentischen und verbindlichen Art war er jedoch bei den Menschen, die ihn persönlich kannten, auch sehr beliebt. Seine Begeisterung für die Natur sprang auf alle – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – über, die ihn bei seinen Führungen und Exkursionen begleiten durften. Er konnte sich in Bewunderung für kleine Wildbienen vertiefen, scheute aber auch vor dem Einsatz von Baggern nicht zurück, um Flächen für die Natur wieder herzurichten.

Harald Köpke hatte sich seit über 35 Jahren im BUND Hamburg engagiert. Er hat über viele Jahre die Bezirksgruppe Harburg/Wilhelmsburg geleitet und war elf Jahre im Vorstand des Landesverbands, davon acht Jahre als Vorsitzender. Auch mit anderen Verbänden wie dem Botanischen Verein, dem NABU oder der Loki-Schmidt-Stiftung arbeitete er immer gerne zusammen.

Der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten lag ihm besonders am Herzen. Er errichtete Storchenhorste, legte Nistflächen für Kiebitze an und richtete Bruthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten ein. Die Moorfrosch-Population auf Wilhelmsburg verdankt ihren Erhalt und die positive Entwicklung der letzten Jahrzehnte den Maßnahmen, die der Naturschützer vor Ort umgesetzt hatte-

Im Jahr 1996 überreichte ihm Loki Schmidt die »Silberpflanze« für sein herausragendes Engagement. Mit seiner zupackenden Art motivierte und begeisterte er viele Menschen, sich ebenfalls für die Natur einzusetzen.

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Neben der praktischen Naturschutzarbeit wusste Harald Köpke auch, wie wichtig es ist, der Natur Gehör und Stimme in der Politik zu verschaffen – wenn es sein musste, unbequem, aber immer klar in der Sache. So hatte er sich dafür eingesetzt, dass auf giftigen Altspülfeldern an der Elbe kein Gemüse mehr angebaut werden durfte und dass die Elbe durch Deichrückverlegungen wieder mehr Flutraum bekommt.

Auch an der Gründung der BUND-Stiftung Ausgleich Altenwerder war Harald Köpke maßgeblich beteiligt.

Harald Köpke starb im Kreis seiner Frau Gudrun und seiner beiden Töchter. Allen, die ihn noch sehen konnten, gab er mit auf den Weg, sein Anliegen weiterzutragen und seine Projekte fortzuführen. Sein Leben gehe zu Ende, der Kampf für den Schutz der Natur müsse weitergehen. Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt. Anstelle von Kränzen bittet seine Frau Gudrun um Spenden für den Naturschutz des BUND im Hamburger Süden.

Die Nordreportage „Der für den Kiebitz kämpft“ des NDR über Harald Köpke finden Sie in der ARD-Mediathek.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

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