GesundheitHamburg

Pflegekräfte außer Puste und keine Entlastung in Sicht

Hamburg. Bereits im August haben die Pflegekräfte des Uniklinikums Eppendorf in einem Brandbrief an die Klinikleitung ihre Überlastung angezeigt. Seitdem hat sich die Situation auch trotz seitens der Leitung ergriffener Maßnahmen nicht entspannt, im Gegenteil, immer mehr Kolleginnen und Kollegen fliehen aus dem Beruf. Nun machen sie in einem weiteren Schreiben an den Vorstand deutlich, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen in Form von Bettensperrungen noch nicht ausreichend sind und fordern eine regelhafte und verbindliche 1:2 Betreuung – wie es die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung seit Februar 2021 vorschreibt: Eine Pflegekraft für höchstens 2 Patient*innen. Nur so könne gewährleistet werden, dass eine Gefährdung der Patient*innen ausgeschlossen sei.

„Die Forderung der Pflegekräfte kommt nicht überraschend“ so Stefanie Ullmann, bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Hamburg für die Krankenhäuser zuständig. „Aus dem UKE berichten uns viele Kolleg*innen von einer immer stärkeren Belastung. Durch Überlastungsanzeigen wird auch der Vorstand regelmäßig darüber informiert.“ Ullmann erklärt: „Als Konsequenz aus der dauerhaften Belastung ziehen Pflegekräfte immer häufiger die Flucht aus dem Beruf in Betracht. Der Vorstand des UKE ist in der Verantwortung, diesen Trend zu stoppen.“

Am heutigen Dienstag haben die Kolleginnen und Kollegen der Intensivstationen am UKE der Pflegedirektion mitgeteilt, dass sie sich nicht länger hinhalten lassen und ergreifen bis Ende Jahres selbst eine Maßnahme: Ab dem 17.12. sind sie, zunächst befristet, nicht mehr bereit, sich aus dem Dienstfrei rufen zu lassen. „Dienstpläne müssen für die Kolleginnen und Kollegen verbindlich sein, damit Erholung sicher gestellt ist und die Arbeitsbelastung nicht ins Unermessliche steigt. Wir erwarten, dass der Vorstand des UKE dieses Signal erkennt und sich mit Nachdruck und Ernsthaftigkeit für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzt!“ so Stefanie Ullmann.

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Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Pressemitteilung

Pressemitteilungen sind oft Texte von Unternehmen, Institutionen und Parteien. Es handelt sich dabei nicht um eine neutrale Berichterstattung im üblichen journalistischem Sinne. Oft werden Pressemitteilungen aus der Sicht des Verfassers formuliert. Die Redaktion von Aktuelles aus Süderelbe prüft diese eingesandten Manuskripte lediglich auf nicht belegbare Behauptungen und rechtliche Aspekte nach bestem Gewissen.

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