Freizeit

„Vom Schwein zur Wurst – damals und heute“

Rosengarten. Wie wurde früher Wurst gemacht – was hat sich bis heute verändert? Früher gehörte das Schlachten von Schweinen im Winter zum Landleben dazu. Beim Aktionstag „Vom Schwein zur Wurst – damals und heute“ am Sonntag, dem 30. Januar, sehen Besucher im Freilichtmuseum, wie der Fleischergeselle Till Harms ein Schwein zerlegt. Von 10 bis 18 Uhr führen die „Gelebte Geschichte“-Darsteller den Besuchern das einstige Bauernleben in der Winterzeit vor. Erwachsene zahlen 9 Euro Eintritt, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei. Aktuelle Informationen zum Museumsbesuch gibt es unter www.kiekeberg-museum.de.

Im niederdeutschen Hallenhaus am Kiekeberg geht die Gruppe „Gelebte Geschichte 1804“ Tätigkeiten nach, die im Winter vor 200 Jahren anfielen: Frauen kochen, weben Flachs und Wolle, Männer versorgen das Vieh. Die Landfrau Sonja Freitag kocht Innereien vom Schwein zur Verkostung für die Besucher. In der alten Museumsschmiede stellt der Schmied Franz Breiner Haken und andere Alltagsgegenstände her. Kinder bauen beim Mitmachprogramm eine Vogelfutterstation aus Holz.

Im Agrarium, der Ausstellungswelt zu Landwirtschaft und Ernährung, nehmen Besucher an Führungen über die Nahrungsmittelindustrie im Wandel teil: Sie sehen Schlachtgeräte und einen Film über das Schlachten sowie technische Veränderungen der Lebensmittelverarbeitung und den Einfluss auf die Tierhaltung. Zum Aktionstag „Vom Schwein zur Wurst – damals und heute“ erhalten Besucher im Museumsladen Mettwurst sowie Leberwurst, Rotwurst und Bauernfrühstück hausgemacht im Glas vom Bunten Bentheimer Schwein.

Herzhafte norddeutsche Wintergerichte wie Grützwurst bietet den Besuchern der Museumsgasthof „Stoof Mudders Kroog“. Das Rösterei-Café „Koffietied“ serviert selbstgeröstete Kaffeespezialitäten. Auf dem Museumsgelände genießen die Besucher außerdem heißen Apfelsaft und Kuchen auf die Hand.

Die Schweine im Freilichtmuseum leben artgerecht, wie es um 1900 auf dem Land üblich war: sie wählen selbst, ob sie im Stall bleiben oder ins Freie gehen, wo sie ausreichend Platz zum Suhlen haben. Anders als in der Massentierhaltung werden sie am Kiekeberg über ein Jahr alt. Hierdurch bleiben die Tiere gesund und benötigen keine Medikamente und Futterzusätze. Die alte Rasse „Bunte Bentheimer Schweine“ ist vom Aussterben bedroht ­– Vereine und Züchter engagieren sich für ihren Erhalt.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein hielt die Landbevölkerung Schweine als die wichtigsten Schlachttiere. Das Fleisch wurde gepökelt, geräuchert oder in Sauer eingelegt, um es haltbar zu machen. Nur an wenigen Tagen im Jahr haben die Menschen es frisch gegessen, etwa zu den Hausschlachtungen im Winter. Waren die anstrengenden Arbeiten beendet, fand oft ein Schlachtfest, plattdeutsch „de Slachtköst“, statt.

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