HarburgKultur

Vortrag: Die Billunger — Agieren einer Herzogsfamilie an und jenseits der Elbe

Harburg. Das Archäologische Museum Hamburg bietet passend zur aktuellen Ausstellung „Burgen in Hamburg — Eine Spurensuche“ einen neuen Vortrag an: Die Referentin Carolin Ann Triebler M.Ed. von der Universität Aachen wird sich in ihrem Vortrag „Die Billunger — Agieren einer Herzogsfamilie an und jenseits der Elbe“ am 24. Februar um 18 Uhr (Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausstraße 5, 21073 Hamburg) mit den Bauherren der Neuen Burg beschäftigen. Der Eintritt ist frei. Die Neue Burg im Herzen der Hansestadt war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde vor genau 1000 Jahren errichtet. Der Vortrag stellt u. a. den Billunger-Herzog Bernhard II. (1011 – 1059), unter dessen Ägide die Neue Burg ab 1021 erbaut wurde, vor.

Die Neue Burg ist in vielerlei Hinsicht ein einzigartiges Bodendenkmal, schon allein aufgrund ihrer besonderen Dimensionen. Mit einem Durchmesser von über 170 m ist sie die größte mittelalterliche Befestigung dieser Art in Norddeutschland und durch zahlreiche Ausgrabungen gehört sie inzwischen zu den am besten erforschtesten Wallanlagen der Region. Als Befestigungsanlage schützte sie im 11. Jahrhundert Hamburg als wichtigen Warenumschlagplatz zwischen Nord- und Mitteleuropa und war vor allem auch als befestigter Wohnsitz ein unentbehrlicher Schutzort und Machtfaktor für Herzöge und Kirchenfürsten. In Hamburg regierten zu dieser Zeit die Herzöge aus dem Geschlecht der Billunger einerseits und auf der anderen Seite die einflussreichen Erzbischöfe des Doppelbistums Hamburg/Bremen. Eine Machtkonzentration auf engstem Raum, die nicht ohne Folgen blieb. Der Vortrag beleuchtet die damalige politische Lage genauer und stellt einen der Hauptakteure vor, den Billunger-Herzog Bernhard II. (1011 – 1059), unter dessen Ägide die Neue Burg ab 1021 erbaut wurde.

Bildnis des Billunger-Herzogs Bernhard II. (reg. 1011-1059) von Lucas Cranach d.J. um 1580. Foto: AMH

Die Billunger waren eine sächsische Adelsfamilie, die seit dem 10. Jahrhundert in fünf aufeinanderfolgenden Generationen die Herzöge in Sachsen stellte – und das in unmittelbarer Folge von Vater auf den Sohn. Kein anderes Herzogshaus dieser Zeit konnte eine vergleichbare Kontinuität im Amt für sich verbuchen. Vor diesem Hintergrund zählten die Billunger zu einer der angesehensten und einflussreichsten Adelsfamilien. Ihre Macht ergab sich allerdings nicht nur aus dem Herzogsamt an sich, sondern viel mehr aus der Summe ihrer weit verstreuten und heterogenen Besitz- und Herrschaftsrechte, u. a. auch in Hamburg. In ihrem Vortrag wird die Referentin einem allgemeinen Einblick in das Leben und Wirken dieser fünf Generationen umfassenden Herzogsfamilie geben. Sie beleuchtet den „Aufstieg“ der Adelsfamilie unter dem Billunger Hermann, ihr Wirken im slawisch besiedelten Grenzraum und ihr Verhältnis zum Erzbistum Hamburg-Bremen.

Die Vortragsreihe im Rahmen der Sonderausstellung „Burgen in Hamburg — Eine Spurensuche“ geht weiter:

Am 24. März wird sich, Prof. Dr. Oliver Auge von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in seinem Vortrag „Unbekannte Herzöge – Die Billunger in Nordelbingen und ihre Erforschung in Schleswig-Holstein“ ebenfalls mit den Bauherren der Neuen Burg beschäftigen und einen Fokus auf das Wirken der Adelsfamilie im Norden legen.

Weitere Vortragstermine unter www.amh.de.

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