Politik

Anträge zur Verbesserung des Schutzes vor Binnenhochwasser im Raum Süderelbe

Harburg. Anlässlich des 60. Jahrestags der großen Flutkatastrophe in Hamburg hat die GRÜNE Fraktion in der Harburger Bezirksversammlung zwei Anträge gestellt. Zum einen sollen zukünftig genaue Entwässerungs-Modelle, die es bisher nicht für die Region gibt, Gefahrenpotentiale offen legen, damit angemessene Vorbereitungen getroffen werden können. Außerdem beantragt die Fraktion die schnellstmögliche Behebung bereits bekannter Schwachstellen, die durch eine Anfrage der GRÜNEN Bezirksfraktion im Herbst zu Tage getreten sind.

Dr. Corine Veithen, Vorsitzende im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz

Dr. Corine Veithen, Vorsitzende im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz, äußert sich besorgt: „Den meisten ist bekannt, dass wir in Süderelbe durch Sturmfluten bedroht sind. Deshalb ist es gut und wichtig, dass der Hauptdeich in den nächsten Jahren erhöht wird. Durch die geographische Lage am Geestrand der Harburger Berge und die tiefliegenden Marschflächen sind wir bei Starkregenereignissen aber auch durch Binnenhochwasser gefährdet. Vor allem, wenn solche Ereignisse durch den Klimawandel bedingt in Zukunft häufiger auftreten können. Die gute Nachricht ist: Wir können hier einiges tun, um uns besser vorzubereiten. Unsere Anfrage im Herbst hat ergeben, dass es für den Raum Süderelbe bisher keine Modellberechnungen der Entwässerung bei starken Regenereignissen gibt. Und das ist umso besorgniserregender, da es  mit der Verlängerung der Airbus Landebahn, der Umfahrungsstraße Finkenwerder, dem Bau der A26 sowie vielen großen Wohnungsbauprojekten großflächige Infrastruktur- und Baummaßnahmen gab und gibt. „Natürlich wurden die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Wasserwirtschaft geprüft. Es gibt aber keine Gesamtschau der Veränderungen und der Auswirkungen auf die Wasserabflüsse in der Region vor dem Hintergrund des Klimawandels“ so Corine Veithen. „Wir müssen dringend wissen, was das für Auswirkungen sein könnten und wie verschiedene Szenarien aussehen, um uns auf sie vorzubereiten. Daher beantragen wir, dass diese Modelle erstellt werden.“

Ein zweiter Antrag der Bezirksfraktion zielt darauf ab, eine bekannte Schwachstelle am Siel Viersielen in Neuenfelde schnellstmöglich zu beheben. Die Anfrage hatte nämlich ergeben, dass das Wasser über das Siel nach Neuenfelde hinein fließen würde, wenn die Süderelbe einen Pegel von 70 Zentimeter über Normalnull überschreitet. „Es gab zwar die Anmerkung, dass bei entsprechenden Wetterprognosen der Wasserstand der Süderelbe im Vorfeld abgesenkt werden könne. Trotzdem ist die Situation am Schöpfwerk Viersielen nicht tragbar – und letztlich eine vermeidbare Gefährdung.“ meint Dr. Corine Veithen. „Andere Siele im Gebiet verhindern ein Überlaufen bis zu deutlich höheren Wasserständen der Süderelbe. Deshalb fordern wir die Bezirksverwaltung auf, das Deichsiel Viersielen an der Hasselwerder Straße unverzüglich so zu ertüchtigen, dass ein Überlaufen bis zu einem Wasserstand der Süderelbe von 140 cm verhindert wird.“

Ein weiterer Schwachpunkt bei der Entwässerung des Gebietes ist die Tatsache, dass es bisher kein Schöpfwerk gibt, das das Wasser bei Flut aktiv aus der Süderelbe in die Elbe pumpt. Geplant ist dies schon lange. Nun macht auch die GRÜNE Bürgerschaftsfraktion Druck.

Dr. Gudrun Schittek Foto: Bündnis 90 / Die Grünen

Angesichts der massiven Starkregenereignisse im Juli 2021 hatte die Hamburgische Bürgerschaft im vergangenen Sommer mit dem GRÜNEN Antrag zum „Schutz vor Extremwettereignissen“ schon wesentliche Schritte zur Katastrophenvorsorge für Hamburg beschlossen. Nun beantragt die GRÜNE Bürgerschaftsfraktion gemeinsam mit der SPD, den Bau des Schöpfwerkes am Storchennestsiel und am Estesperrwerk voran zu bringen. Dr. Gudrun Schittek, GRÜNE Bürgerschaftsabgeordnete und Direktkandidatin für den Wahlkreis Süderelbe: „Ich wohne im Hamburger Alten Land. Die Hochwasser der Tideelbe und die Binnenhochwasser der Este erlebe ich unmittelbar vor meiner Tür. Ich habe den Bürgerschaftsantrag initiiert, der die bereits vor Jahren gefassten Überlegungen zu Schöpfwerksbauten am Storchennestsiel an der Alten Süderelbe und der Estemündung beschleunigen soll. Dieser Antrag soll am 16.Februar von der Bürgerschaft beschlossen werden. Nur über den Bau von Schöpfwerken kann kurz- bis mittelfristige der Schutz der dort lebenden Menschen vor den Gefahren von Hochwassersituationen erhöht werden.“

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