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Tag der Hand am 1. März: Sehnenscheidenentzündungen an der Hand

Stade. Jährlich am 1. März weisen die Handchirurgen auf den Tag der Hand hin. Denn die Hand ist im Alltag extrem wichtig – und gleichzeitig kann sie vielfältig verletzt werden. In diesem Jahr steht die Sehnenscheidenentzündung im Mittelpunkt.

Als Sehnenscheiden bezeichnet man die Hüllen, die eine Sehne umgeben. Sie sind mit einer klaren Körperflüssigkeit, der Synovia, gefüllt und befinden sich hauptsächlich in Gelenkbereichen, in denen Sehnen ihre Richtung ändern, z.B. auf der Streckseite des Handgelenks oder auf der Beugeseite der Finger. Normalerweise gleiten die Sehnen widerstandslos in ihren Sehnenscheiden hin und her. Eine Überbelastung wie z.B. langes Arbeiten am Computer, monotone Bewegungsabläufe im Beruf oder ungewohnte Arbeiten wie Renovieren oder schwerere Gartenarbeit können in manchen Fällen zu einer Entzündungsreaktion in den Sehnenscheiden führen. Meist bleibt die Ursache jedoch unklar. Die Sehne und das Sehnengleitgewebe schwellen an und es wird vermehrt Synovia produziert. Mit der Folge, dass die Sehne in der Sehnenscheide anfängt zu reiben, was schließlich zu Schmerzen führt.

Die nicht-infektiöse (ohne Bakterien) Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) ist eine der häufigsten Krankheitsbilder in der handchirurgischen Sprechstunde. Am bekanntesten sind der „schnellende oder Schnappfinger“ (Tendovaginitis stenosans) und die Sehnenscheidenentzündung des gemeinsamen Kanals der kurzen Daumen- und langen Daumenabspreizsehne über dem Speichengriffelfortsatz am Handgelenk (Tendovaginitis stenosans de Quervain).

Eine Sehnenscheidenentzündung kann auch im Zusammenhang mit einer rheumatischen Erkrankung auftreten. Hierfür typisch ist eine Schwellung streckseitig über dem Ellenkopf und/oder Handgelenk.

Neben der nicht-infektiösen Sehnenscheidenentzündung gibt es auch die infektiöse Variante. Diese kann z. B. nach einer Stich- oder Tierbissverletzung auftreten, bei der sich dann Bakterien in der geöffneten Sehnenscheide rasch vermehren. Rötung, Schwellung und schmerzhafte Bewegungseinschränkung sind typische Symptome.

Eine Sehnenscheidenentzündung lässt sich in der Regel anhand der beklagten Beschwerden und der körperlichen Untersuchung einfach diagnostizieren. Selten ist eine ergänzende Ultraschall-Untersuchung oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig.  Typische Symptome der nicht-infektiöse Sehnenscheidenentzündung sind ziehende, stechende Schmerzen bei der Bewegung. Bei der Tendovaginitis stenosans schnappt der Finger oder Daumen spür- oder sogar sichtbar beim Beugen oder Strecken.

So hilft der Handchirurg

Die nicht-infektiöse Sehnenscheidenentzündung kann in vielen Fällen durch konservative Maßnahmen erfolgreich behandelt werden. Hierzu gehören vorübergehende Schonung, Ruhigstellung in einer Gipsschiene oder Orthese, Kühlung sowie schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, Salben oder Schmerzgele. Führen diese Maßnahmen zu keiner Besserung kann eine Injektion mit einer geringen Menge Cortison in die entzündete Sehnenscheide hilfreich sein. Das Cortison führt zu einer direkten Entzündungshemmung und Abschwellung.

„Eine Operation ist dann sinnvoll, wenn die konservative Behandlung erfolglos bleibt“, so PD Dr. Bernd Hohendorff, Leitender Arzt der Handchirurgie am Elbe Klinikum Stade. Beim „Schnappfinger“ wird über eine kleine Hautinzision in der Hohlhand das s.g. „A1-Ringband“ gespalten. Bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain wird das 1. Strecksehnenfach (gemeinsamer Kanal der kurzen Daumen- und langen Daumenabspreizsehne über dem Speichengriffelfortsatz am Handgelenk) gespalten. „Beide Operationen können ambulant in Lokalbetäubung, in Regionalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt werden“, betont Dr. Hohendorff.

Bei einer nachgewiesenen rheumatischen Erkrankung ist eine auf den Patienten abgestimmte medikamentöse Therapie sinnvoll. Kommt eine Sehnenscheidenentzündung an der Hand trotz dieser Therapie nicht zur Ruhe, kann eine operative Entfernung von entzündlich verändertem Sehnengleitgewebe notwendig werden. Eine bakterielle Sehnenscheidenentzündung ist ein Notfall und bedarf in der Regel einer sofortigen operativen Behandlung mit anschließender Antibiotikatherapie.

Das Elbe Klinikum Stade verfügt mit der handchirurgischen Sprechstunde sowie einem 24-stündigen handchirurgischen Notfalldienst an allen Tagen des Jahres jederzeit über eine kompetente Behandlung aller Sehnenscheidenerkrankungen an der Hand. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter www.handexperten.com.

Vereinbaren Sie gerne telefonisch (04141 – 97-1214) oder per E-Mail (ambulanz-unfallchirurgie@elbekliniken.de) einen Termin.

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