Sport

Erster Weltmeistertitel für HNT Irish Dance Academy

Hausbruch. Vom 21. bis 24. April fanden zum ersten Mal seit 2019 wieder die Weltmeisterschaften der World Irish Dance Association (W.I.D.A.) statt. Nach zweijähriger pandemiebedingter Absage trafen sich über 60 Tanzschulen aus 13 Nationen – darunter neben England, den Niederlanden, Spanien auch die USA, China und sogar aus der Ukraine – in Moers bei Duisburg, um vier Tage lang gegen- und miteinander bei den World & International Championships 2022 zu tanzen.

Die niedersächsisch-hamburgische Startgemeinschaft der HNT Irish Dance Academy und der „Diekdanzers – Altes Land“ reiste mit 20 Tänzerinnen und einem Tänzer im Alter zwischen sieben und fünfzig Jahren ins Ruhrgebiet und zeigte sich erneut erfolgreich in Solo- und Teamkategorien: Nach über 80 Starts stand fest, dass nicht nur zahlreiche Pokale, Schärpen und Medaillen auf das Konto der Norddeutschen gingen, sondern auch das große Ziel endlich erreicht wurde – der Weltmeistertitel!

Diesen erreichte die Startgemeinschaft mit der sechs-minütigen Show „Pippi Longstocking“ (zu Deutsch: „Pippi Langstrumpf“). Mit einer Mischung aus Instrumental- und modernen Versionen der Originalfilmmusik und traditionellen irischen Stücken überzeugte der Kader die fünf Richter und begeisterte das Publikum und die mitgereisten Familien. Insbesondere die von den Eltern genähten und gebastelten fantasievollen Kostüme und aufwändigen Kulissen, die per Anhänger transportiert und vor Ort montiert wurden, sorgten für Lacher und Überraschungseffekte.

Von den Richtern besonders hervorgehoben wurden die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Angelina Sziegat (14) als Pippi sowie die witzige und stimmige choreographische Umsetzung der Handlung, die von Anna Krüger gemeinsam mit Jenny Paatz entwickelt wurde.

„Der Entstehungsprozess dieser Show ist in unserer bisherigen Geschichte einzigartig“, lacht Gründerin und Leiterin der HNT Irish Dance Academy, Anna Krüger: „Während der Corona-Trainingspausen haben wir sehr intensiv Onlineunterricht genutzt. Darin haben wir die Möglichkeit entdeckt, mit unserer in Süddeutschland lebenden Gastdozentin Jenny regelmäßiger zu üben als bisher möglich durch Workshops bei uns in der HNT. Nachdem wir darin schon so routiniert geworden sind, haben wir es zusammen gewagt, eine so lange Choreografie auf große Distanz zu erarbeiten.“

In diversen Zoom-Meetings haben die beiden Dozentinnen zunächst gemeinsam mit ihren Schülern Ideen gesammelt. „Dann haben wir Jenny live in die Halle geschaltet oder sie regelmäßig mit Videomaterial von den Fortschritten bei den Proben und beim Kulissenbau versorgt“, berichtet Anna Krüger weiter. „Erst am Osterwochenende – also wenige Tage vor der Abreise zur WM – haben wir dann in Präsenz alle zusammen täglich über acht Stunden geprobt. Das Risiko hat sich gelohnt und es war für alle Beteiligten eine aufregende und zusammenschweißende Erfahrung. Wir sind so stolz auf uns, die engagierten Helfer und unsere Tänzerinnen und Tänzer.“

Zusätzlich zu dem ersten Platz in der Disziplin „Show“ ertanzte der Kader zwei Vizemeistertitel in den traditionellen Gruppentänzen: Das achtköpfige Céilí-Team der Jugendlichen unter 17 Jahren und das erfahrene Kinderteam der unter 12-Jährigen wurde jeweils Zweiter. Das mit vier Wettbewerbsneulingen besetze zweite Kinderteam kam auf den dritten Platz, genau wie die amtierenden Western European Champions in der Kategorie „Figure Choreographie“, die im November 2021 mit Anna Krügers Kreation „Return“ gewonnen hatten.

Weitere Pokale gingen an die Quartette: Die Four Hand-Teams belegten die Platzierungen drei, vier und sechs. Außerdem sorgte Birgit Engelken (50) für eine weitere gelungene Premiere. Sie schaffte es auf Anhieb in den Recall in der „Traditional Set Competition“, in der drei von neun vorgegebenen traditionellen Hard Shoe-Tänze getanzt wurden. „Ich habe mich schon morgens bei der Auslosung der Tänze für meine Altersklasse Ü30 so gefreut, weil einige meiner Lieblingstänze drankamen. Dass ich dann in allen Runden auch noch gute Durchläufe hatte, es auch gleich beim ersten Versuch auf das Treppchen schaffe und gegen viel jüngere Gegnerinnen auf Rang vier platziert wurde, kann ich kaum fassen“, so Engelken.

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