Gesundheit

Zuhause statt Klinik: Ambulantes Angebot unterstützt psychisch erkrankte Menschen in Harburg

Harburg. Schätzungen zufolge erkrankt in Deutschland jährlich jeder vierte Erwachsene psychisch – einige der Betroffenen leiden in der Folge an schwerwiegenden Einschränkungen im Sozial- und Berufsleben. Mittlerweile sind psychische Erkrankungen der zweithäufigste Grund für Krankheitstage und sogar der häufigste Grund für Frühverrentungen. In akuten psychischen Krisen war ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus bislang oft der beste und einzige Weg. Das Zentrum für seelische Gesundheit des Asklepios Klinikums Harburg bietet seit einem Jahr eine Alternative an: Die Stationsäquivalente Behandlung (StäB) findet im Zuhause der Patienten statt. Die relativ neue Therapieform schließt eine wichtige Versorgungslücke zwischen stationärer Behandlung und den ambulanten Angeboten in der Region – die Nachfrage nach Plätzen ist groß. Chefarzt PD Dr. Daniel Schöttle und sein Team wollen die spezialisierte Behandlungsform zukünftig weiter ausbauen.

„Für unser umfassendes Therapieangebot im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich haben wir mit StäB eine optimale Ergänzung geschaffen. Studien zeigen, dass bei der Behandlung psychisch erkrankter Patienten in ihrem häuslichen Umfeld die Zufriedenheit mit der Therapie steigt und diese konsequenter umgesetzt wird“, erklärt PD Dr. Daniel Schöttle, Chefarzt des Zentrums für seelische Gesundheit. Das neue Angebot der Abteilung ist ein wesentlicher Schritt, um die Therapie für jeden Patienten nach den individuellen Bedürfnissen gestalten zu können. StäB entspricht dabei inhaltlich einer stationären Behandlung und wird durch mobile, ärztlich geleitete multiprofessionelle Teams ausgeführt. Das Harburger StäB-Team leitet Oberarzt Dr. David Aderjan: Gemeinsam mit Psychologen, Pflegefachkräften sowie Ergotherapeuten und Sozialarbeitern besucht er die Patienten fast täglich in ihrem Zuhause, insgesamt bis zu acht Wochen – auch am Wochenende. „Unsere Behandlung im häuslichen Umfeld schließt eine Versorgungslücke, denn diese Intensität können vorhandene Angebote nicht leisten“, erläutert der Mediziner.

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