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Archäologisches Museum Hamburg macht mit beim Tag des offenen Denkmals

Hamburg. Einmal im Jahr können Interessierte Hamburgs Baukultur auf besondere Art erleben. Bei Führungen, Rundgängen und kulturellen Veranstaltungen in normalerweise nicht öffentlichen Baudenkmälern, erfahren sie viel über die Baugeschichte und erleben das historische Flair der vielfältigen Hamburger Denkmallandschaft. Denkmalpfleger, Architekten, Kunsthistoriker sowie Organisationen und Initiativen, die sich um den Erhalt denkmalgeschützter Bauten kümmern, stellen Gebäude und aktuelle Projekte vor. Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals, am 11. September, ist das Archäologische Museum Hamburg mit von der Partie und bietet Führungen zur den Denkmälern Hammaburg und Neue Burg in der Hamburger Altstadt an.

Gab es in Hamburg eine Burg? Diese Frage drängt sich umso mehr auf, wenn man weiß, dass es in Hamburg im Mittelalter sogar mehrere Burgen gegeben hat. Hamburg trägt die Burg sogar im Namen, doch sucht man eine entsprechende mittelalterliche Befestigung im Stadtbild vergebens. Wo aber ist die namengebende Burg in Hamburg abgeblieben? Warum ist heute von den mittelalterlichen Burgen in Hamburgs Innenstadt nichts mehr sichtbar? Dabei zählen die frühen Burgen des Mittelalters zu den bedeutendsten Bodendenkmälern Hamburgs, doch Bauforscher und Architekturhistoriker suchten die Romanik und Gotik in der Stadt bisher meistens vergeblich. Ein Grund dafür liegt in dem Umstand, dass die frühen Burgen hierzulande, nicht aus Stein errichtet waren, sondern nur aus Erdwällen mit Holzgebäuden bestanden. Ein weiterer Grund liegt natürlich auch in der Veränderung des Stadtbildes durch Überbauung. Architektonisch ist daher vom Mittelalter in Hamburg nicht viel übrig, doch jahrzehntelange archäologische Ausgrabungen und Forschungen geben inzwischen einige ganz neue Anhaltspunkte preis. So schreibt die Archäologie Geschichte und es entsteht ein überaus detailreiches und in vielen Facetten neues Bild der Frühgeschichte Hamburgs. Ein Glücksfall für Hamburg.

Das neue Wissen um diese Bodendenkmäler wird von den Experten des Museums am Tag des offenen Denkmals in einer spannenden Führung preisgegeben und die Spuren von zwei überaus prominenten und dominant gelegenen historischen Anlagen auf Hamburger Stadtgebiet vorgestellt.

Am Domplatz befindet sich die erste dieser Spuren, die Keimzelle der Hansestadt, die Hammaburg, die der Stadt ihren Namen gab. An die mächtige Burganlage erinnert die heutige wallartige Stahlskulptur mitten auf der grünen Rasenfläche. Diese Neugestaltung des Platzes stellt Bezüge zur ursprünglichen Bebauung her. Der Wall aus Stahlblech folgt den alten Linien der Domburg und macht die Dimensionen des Mariendoms deutlich. Was die Hammaburg mit dem ganz in der Nähe gelegenen Bischofsturm zu tun hat, auf dessen Steinfundament man 1962 bei Bauarbeiten stieß, erfahren die Teilnehmer im ersten Teil der Führung. Weiter geht es dann zum Hopfenmarkt, auf dessen Areal sich ein weiteres, einzigartiges Bodendenkmal verbirgt: Die Neue Burg. Hier begann vor fast 1.000 Jahren die Entwicklung Hamburgs von der Burg zur Stadt. Im heutigen Stadtbild findet sich dazu allerdings nur noch das Schild für eine kleine Stichstraße, die aber durch ihren Namen „Neue Burg“ einen vagen Hinweis auf die einstige Existenz einer für Hamburg bedeutenden Befestigungsanlage gibt. Die Führung wird noch viele weitere spannende Details für die Teilnehmer bereithalten und so nicht nur die wechselvolle Geschichte der Hansestadt wieder lebendig werden lassen, sondern auch ganz neue Einblicke in die Arbeit der Archäologen geben.

Informationen:

Termine:
11.09.2022, 11.00-12.30 und 14.00-15.30 Uhr,
Treffpunkt: Bischofsturm, Speersort 10, 20095 Hamburg,
Führung kostenfrei
Anmeldung unter: Tel. 040-42871-2497

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