Harburg

Harburger Tafel steht vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte

Harburg. Es ist eine ehrenamtliche Institution, die absolut nicht mehr wegzudenken ist. Als Annemarie Dose 1994 die Hamburger Tafel gründete, gab es deutschlandweit nur zwei weitere Tafeln. Schon damals bemerkte die spätere Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, mit dem sie 2009 ausgezeichnet wurde, dass es viele Menschen gibt, die sich nicht auskömmliche ernähren können, gleichfalls aber auch nicht dem Staat zur Last fallen wollten. Sie verstand es, die Lebensmittelspenden, die sie anfangs noch selbst organisierte, mit Würde weiterzugeben.

Inzwischen schickt sogar das Jobcenter hilfesuchende zur Tafel, obwohl diese noch immer vollumfänglich ehrenamtlich arbeitet und privat organsiert wird. Bereits zu Zeiten der Flüchtlingsbewegungen aus Syrien, dann nochmal während der Corona-Welle geriet die Tafel an ihre Grenzen. Mit dem Angriff Putins auf die Ukraine und den damit verbundenen höheren Lebensmittelpreisen gerät das System Tafel in Schieflage. Jetzt droht der Kollaps. Die Spendenbereitschaft sinkt, Lebensmittelspenden werden knapp. Bestimmte Waren gibt es gar nicht mehr, bzw. erreichen die Tafel nur kleine Mengen.

Ohne staatliche Hilfe wird die Tafel die Herausforderung nicht bewältigen können, denn auch der Zustrom neuer Bedürftiger reißt nicht ab. Das Bezirksamt Harburg hat erst kürzlich 5000 Euro bewilligt, doch das ist im Angesicht der Größenordnung der Herausforderung ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier wird dringend Hilfe benötigt. Das sagt auch Michael Schaefer, Bezirksabgeordneter und zweiter Vorsitzender der CDU Harburg-Mitte: Die Arbeit der Tafeln in den Stadtteilen und insbesondere die der Harburger Tafel ist unerlässlich und für die Bedürftigen alltagsnotwendig, daher fordern wir von der bezirklichen Verwaltung eine Bewertung und Unterstützung der Harburger Tafel. Weiter appellieren wir an Spenderinnen und Spender sowie an Lebensmittelgeschäfte, ihre Bereitschaft der Spende für die bedürftigen Harburgerinnen und Harburger zu intensivieren.“

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