Neu WulmstorfPolitik

SPD-Landtagskandidatin trifft Hubertus Heil auf dem „Zum Dorfkrug – Landhof“ in Neu Wulmstorf

Neu Wulmstorf. Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil besuchte auf Einladung der SPD-Landtagskandidatin Sabine Schulz-Rakowski den „Landhof“. Der Familienbetrieb „Zum Dorfkrug“ ist bekannt durch sein Spitzenprodukt „Sylter Salatfrische“ und betreibt den Landhof als Hofladen mit Gastronomie. Begleitet wurde Schulz-Rakowski von SPD-Landratskandidat Michael Cramm und Neu Wulmstorfs Bürgermeister Tobias Handtke, der den Minister in seiner Heimatgemeinde herzlich willkommen hieß.

Unternehmer Thomas Hauschild nahm die Gelegenheit wahr, auf einem Hofrundgang nicht nur seinen landwirtschaftlichen Musterbetrieb vorzustellen. Er schilderte Minister Heil die aktuellen Herausforderungen für seinen mittelständischen Familienbetrieb. Dieser zeigte sich beeindruckt von dem Zusammenspiel regionaler Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten mit der Vermarktung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für den täglichen Gebrauch. Nachdenklich wirkte er bei Hauschilds Schilderung der Auswirkungen von Corona und der Energiekrise. Während der Coronazeit habe der Betrieb einiges intern ausgleichen können, so Hauschild. Die Mitarbeiter des Restaurants Zum Dorfkrug hatten während des Corona-Lockdowns die Möglichkeit, in anderen Bereichen im Unternehmen auszuhelfen. Mit dem unvorhergesehenen Einsatz habe man ganz einfach die Bindung an unseren Betrieb gestärkt, während „andere Unternehmer viel Geld für Teambuilding ausgeben“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Fachkräfte zu sichern gehe aber nur, wenn die Unternehmensleitung den Wert ihrer Beschäftigten erkenne. Die größere Baustelle seien derzeit die Auswirkungen von Lieferengpässen und Energiemangel. Der Betrieb werde derzeit auf Biogas umgestellt. Die Lieferzeiten für die dafür benötigten Anlagen, wie der Brenner, seien sehr lang. Zufällig gebe es einen Landwirt, der einen entsprechenden Brenner erworben hatte, diesen nun aber nicht mehr brauche, so dass Hauschild diesen übernehmen könne. „Irgendwie macht es schon manchmal den Eindruck, als ob wir zu einer Art Tauschwirtschaft zurückkehren“, fügt er mit Augenzwinkern hinzu. Auch die Herstellung der Glasflaschen, die für die Landhof- und Dorfkrug-Produkte als Verpackung zum Einsatz kommen, haben einen hohen Energiebedarf, so dass man Engpässe befürchtet. In Bezug auf die Energieversorgung habe die Bundesregierung erkannt, so Heil, dass hier sogar in die Preisfindung eingegriffen werden müsse. Weder dürfe die Politik zulassen, dass Putin mit seiner Kriegsplanung durchkomme, noch dass ein Energiemangel die Gesellschaft spalte. Zudem müsse man die oligopolistischen Strukturen der Wirtschaft im Blick behalten. Deshalb setzen er und seine Kabinettskollegen derzeit alles daran, die Energiepreise zu stabilisieren und die Laufzeiten für Lieferverträge zu verlängern. Er lobt den neuen Kontakt zu Kanada als Energielieferant: „Kanada hat alles, was Russland auch hat, nur leider keine Pipeline.“

Hubertus Heil stellt viele gezielte Fragen zur finanziellen und sozialen Situation des Betriebs. So gehe es ihm als Arbeits- und Sozialminister bei den Energiefragen auch um bezahlbare Lebensmittelpreise, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Bei dem Blick auf Kunden sehe er seine Aufgabe darin, die Kaufkraft der Bevölkerung zu stabilisieren, nur dann gehe es auch der Wirtschaft weiterhin gut. Die Möglichkeit für Unternehmen, ihren Beschäftigten eine steuerfreie Zuwendung von 3.000 Euro zukommen zu lassen, sei einer der Vorschläge. An der mittelständischen Wirtschaft müsse die Politik unbedingt ein strategisches Interesse beibehalten. Es sei erforderlich, auch hier abfedernde Maßnahmen vorzusehen. Für ihn als Arbeits- und Sozialminister sei die große aktuelle Sorge, dass die Menschen in Deutschland zusammenhalten. „Dafür müssen wir in der Politik die Brücken bauen, über die sie gehen mögen.“ Sabine Schulz-Rakowski kommentiert diese zuversichtliche Aussage: „An dieser Stelle kommen wir im Bundesland mit aufs Spielfeld“, denn die Landespolitik regele sehr viele der Politikbereiche, die das tägliche Leben der Menschen betreffe.

Beim Hofrundgang beschreibt Thomas Hauschild den prominenten Gästen seinen Geschäftsgrundsatz des qualitativen Umgangs mit regionalen Produkten. Er ist stolz auf seine „Landwirtschaft zum Angucken“. Mit der Öffnung des Landhofs will er auch andere für ähnlich nachhaltige Herstellungsmethoden und regionale Vermarktung zu gewinnen. Auf dem Vorzeigehof kann man die Kühe in einem sehr geräumigen Stall beobachten, der „größer ist, als von der Bioverordnung vorgegeben“, erklärt Hauschild. Selbstverständlich haben die Tiere jederzeit den für Kühe naturgemäßen Zugang zu einer frischen Weide. Technisch ausgefeilt ist das automatische Melksystem, wo jede Kuh selbst bestimmt, wann sie in den automatischen Melkstand geht. In der Wartezeit lässt sie sich das Fell elektrisch bürsten. Die Kühe werden hier nicht zum Selbstzweck gehalten, sondern liefern qualitativ hochwertige Milch für die Produktion. „Die großzügige Tierhaltung und das Tierwohl ist ein Kern unserer Qualitätsstrategie“ stellt Hauschild zur Wirtschaftlichkeit fest. Der Landhof hält zudem die bunten Bentheimer Schweine, die ebenfalls mit viel Grün aufwachsen, um regional vermarktet zu werden. Als gelernter Koch sieht Hauschild das so: „Nur wenn man was Gutes hineintut, kann auch etwas Nachhaltiges dabei herauskommen.

Der Abschluss des Gesprächs findet bei einer Tasse Kaffee und der Verkostung einiger hofeigener Produkte statt. Abschließend beschreibt Minister Heil seinen Eindruck, dass im Hauschildschen Betrieb viel Begeisterung erkennbar sei, so dass der Inhaber wohl optimistisch bleiben könne. 

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