GeschichteNeugraben-Fischbek

„Stadtrandgeschichten“ werden vom Bundesministerium
gefördert

Neugraben-Fischbek. Es war ein besonderer Moment: Am 20. Oktober kamen im Berliner Naturkundemuseum die drei geförderten Projekte im Wettbewerb „Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt“ zusammen – darunter auch die „Stadtrandgeschichten“ aus Süderelbe. Zwischen beeindruckenden Dinosaurierskeletten nahm das Team um Stephan Kaiser vom Kulturhaus Süderelbe die Auszeichnung und die Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Höhe von 50.000 Euro entgegen. „Das Projekt hat uns auf ganzer Linie mit seinem gesellschaftsrelevanten Fokus überzeugt”, sagte Jury-Mitglied Stefanie Molthagen-Schnöring, Vizepräsidentin der HTW Berlin und Professorin für Wissenschaftskommunikation. 

Hinter den „Stadtrandgeschichten“ verbirgt sich ein bürgerwissenschaftliches Projekt: Menschen aus der Region erforschen die Migrationsgeschichte in Süderelbe seit dem Zweiten Weltkrieg. Es entsteht ein Archiv der Erinnerungen, für das Interviews geführt werden. Eine Geschichtswerkstatt recherchiert die Hintergründe, geht auf Schatzsuche in die Archive und durchforstet die Presse der letzten Jahrzehnte. Schließlich bringt eine Forschungstheatergruppe die Geschichten auf die Bühne. Das Projekt ist eine Kooperation des Kulturhauses Süderelbe, des Arbeitsfeldes Public History der Universität Hamburg sowie der Geschichtswerkstatt Süderelbe. 

Mit dabei in Berlin waren auch Janina Blohm-Sievers, die als freie Theaterpädagogin und Schauspielerin das Projekt begleiten wird, sowie Fadi Doudar, interkultureller Trainer von W.I.R. Bildung, der die Teilnehmerinnen des Projekts coachen wird. Komplettiert wird das Team durch den Filmemacher Ulrich Raatz und Nils Steffen, Historiker an der Universität Hamburg, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.  In den kommenden zwölf Monaten wird nicht nur geforscht: Zahlreiche Aktionen sollen die Menschen in Süderelbe einladen, sich zu beteiligen, eigene Geschichten zu erzählen und die vielfältige und meist fast unsichtbare Migrationsgeschichte der Region kennenzulernen.

„Ohne die großartige Unterstützung aus Süderelbe wären wir sicher nicht ausgezeichnet worden“, freut sich Projektleiter Stephan Kaiser. „Die vielen Stimmen im Online-Voting haben uns ebenso geholfen wie die tollen Ideen in den Workshops und die zahlreichen Kooperationsangebote. Jetzt können wir richtig loslegen und auf Geschichtenjagd gehen!“ Gesucht werden Interessierte aus Süderelbe, die ihre Geschichte erzählen oder die Geschichten anderer erforschen möchten. Das projekteigene Archiv der Erinnerungen, die Geschichtswerkstatt und das Forschungstheater suchen Mitstreiterinnen, die sich gerne bei Stephan Kaiser (stephan.kaiser@kulturhaus-suederelbe.de) melden können. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Jung und alt sind herzlich willkommen.

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